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Sandmayr vulgo Zehetner

 
     
 

    

 
 

 

 
     
  Hausgeschichte des Zehetnergutes in Berg

Eines der größten Bauerngüter in der Gemeinde Ansfelden ist seit dem Mittelalter das Zehetnergut in Berg. Eine erste Aufzeichnung über das Zehetner zu Berg ist im Urbar des Stiftes St. Florian aus dem Jahre 1378 zu finden. Es ist dort vom „Decimator de Perg“ die Rede. Dezimator ist die lateinische Bezeichnung für das deutsche „Zehetner“.
Im ausgehenden Mittelalter ist allgemein für den Zehenteinnehmer auch in Urkunden dann nur die deutsche Bezeichnung Zechenter oder Zehetner üblich. Das Zehetnergut zu Berg war als Zehenthof für das Stift St. Florian tätig. Die Aufgabe der jeweiligen Zehenthofbesitzer dürfte das Einsammeln des Zehentgetreides auf den zugeteilten Anwesen, das Ausdreschen des Getreides, das Verführen der Körner in die stiftseigenen Getreidespeicher, zur Mühle oder auf den Markt gewesen sein. Eine Verpflichtung, die dem Besitz auferlegt war, der Besitzer war auch als Amtmann tätig; die Zehetners von Berg durch Jahrhunderte.
Das Stift St. Florian hatte weitum im Lande als Grundherr Besitzungen. Für die Vereinfachung der Verwaltung dieser Besitzungen wurden größere Bereiche unter einem Amt zusammengefasst. Die Besitzungen in der Pfarre Ansfelden lagen in zwei Amtsbereichen. Eine hatte der Besitzer des Niederedergutes in Fleckendorf, die zweite der Zehetner zu Berg.

1787 sind beim Zehetner als Viehstand angeführt:
6 Pferde, 12 Kühe, 10 Schafe, 5 Schweine

Aus dem Franziszeischen Kataster (unter Kaiser Franz I. 1827) sind folgende Zahlen über das Zehetnergut in Berg angegeben:
10 Pferde, 1 Ochse, 18 Kühe, 11 Stück Jungvieh, 25 Schafe, 22 Schweine

1834 sind Aufzeichnungen über Lebens- und Arbeitsweise vorhanden.
Die gewöhnliche Nahrung besteht hier:
Früh in Milchspeisen mit Korn- und Gersten- Brot. Mittags wechselweise in Mehl- und Fleischspeisen, hiezu Kartoffeln, Sauerkraut oder Rüben. Abends Mehl- und Milchspeisen. Außer diesen findet täglich einmal- bei Erntearbeiten im Sommer aber zweimal eine Jausen statt, die in Kornbrot und Most besteht.
Grunderzeugnisse:
Auf dem Ackerland: Weizen, Korn, Gerste, Hafer, Linsgetreid, Klee, Kraut, Erdäpfel, Hanf, Flachs, Haidekorn, Stoppelrüben. In den Gärten: Birnen, Äpfel, Zwetschken, Kirschen, Küchengewächse und süßes Futter.
 
26. Februar und 1. März 1990: Sturmschäden wie es seit Menschengedenken keine gab:
Das Dach am Zehetnergut wurde am 26. Februar schwer beschädigt und am 1.März noch mehr. Der Fichtenwald wurde auf einer Fläche von einem Hektar total zerstört. Sechzig-, siebzig- und achtzigjährige Stämme wurden entwurzelt oder geknickt. Noch größer ist für das Gut der Verlust im Auwald. Dort sind in einem etwa zwei bis drei Hektar großen Bereich die Eichen, Eschen, Pappeln usw. dem Sturm zum Opfer gefallen.