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Hausgeschichte des Pirsergutes in Ansfelden
1527
Die erste Nennung vom Haus Pirser ist in der Gülteinlage der Herrschaft
Ebelsberg aus dem Jahre 1527 zu finden. Dort heißt es: „Hans
Pueßer,Ambtmann.“
Seine Abgaben an die Herrschaft Ebelsberg bestanden jährlich in 5 Hennen,
1 Schwein und 2 Mut (1 Mut=30 Metzen) Hafer. Die Abgabe in Geld betrug 4
Schillingpfennige und 11 Pfennige. (OÖ. Landesarchiv, Weinbergerarchiv, Aktenband 1357)
1619
Als im Jahre 1619 an der Kirche verschiedene Arbeiten getätigt wurden,
verkaufte Hans Pirser an die Kirche eine Eiche um 5 Schillingpfennige.
(Stiftsarchiv St. Florian, Kirchenrechnung 1619)
1670
Aus dem Jahre 1670 , da Sebastian Prameshuber Besitzer des Birsergutes
war, stammt eine genaue Aufschreibung über die ganzen Haus-und
Besitzverhältnisse vom Birsergut mit etwa folgendem Wortlaut:
Sebastian Prameshuber besitzt das Lacken- und Püesser Gut zu Ansfelden,
seit langem zusammen. Bei dem Lackenlehen keine Hausstatt, beim Püesser
Lehen befinden sich 1 Stube, 2 Kammern, 1 Küche, Stallungen, Stadel,
Getreidekasten, 1Ziehbrunnen, im Hausgarten 1 Backofen, bei gutem Bau; im
Burgfried Ansfelden (gelegen).
Gärten:
1 Hausgarten, ½ Tagwerk, verschiedene Obstbäume und etliche Äckerl.
1/8 Tagwerk Krautgarten, wird mit Kraut, Rüben usw. bebaut.
3/8 Tagwerk Krautgarten, wie oben.
1/8 Tagwerk Garten im Uzwinckhl, bebaut mit allerlei.
Holz:
4 Tagwerk im Ansfeldner Holz, meist Tannenholz, wenig Birken.
1 Tagwerk Holzgrund, das Lach genannt, lauter kleines.
Getreidefelder:
Das Oberfeld, 7 Tagwerk aus 9 Landln.
Aus 1 Tagwerk Acker 6/4 schweres und 2 ½ Metzen leichtes Getreide,
Fechsung pro Metzen Samen 5-6 Metzen.
Das Mitterfeld, 6 Tagwerk aus 6 Landln, wie vorher.
Das Unterfeld, 8 Tagwerk aus 10 Landln, Anbau und Fechsung wie vorher.
Zehentreichung:
Nach St. Florian, vom Neugereut dem Pfarrer.
Wiesen:
3/8 Tagwerk im Wasserstahl, je 1 schlechtes Fahrtl Heu und Grummet.
4 ½ Tagwerk in der Pergerwiesen aus 10 Flecken, je 1 Fahrtl.
Pferde:
4 Rösser wegen des Lehens und der Robot
Kühe, Schweine, Schafe:
4 Kühe, 3 Kälber, 4 Schafe, 6 Schweine.
Herrenforderungen:
(Abgaben an das Schloß Ebelsberg):
Kucheldienst vom Piesserlehen an Geld---- 33 ½ Kreuzer
5 Hennen, 1 zu 12 Kreuzer = 1Gulden
1 Schwein 3 Gulden
Salzgeld 2 ½ Kreuzer
Zusammen: 4 Gulden 36 Kreuzer
Vom Lackhen Lehen auch so viel Gulden ... 4 Gulden 36 Kreuzer
Getreidedienst:
(an die Herrschaft) 4 Mut
Landschaftsgefälle (Steuern):
Landsteuer 1: 3 Gulden 15 Kreuzer
2: 2 Gulden 30 Kreuzer
Rüstgeld 1 und 2: 5 Gulden 36 Kreuzer.
„Hat noch inne das Reiffen Aigen oder Gupflehen, welches mit Grund dem
Gotteshaus Ebelsberg gehört, mit Vogtei aber der Herrschaft (Ebelsberg)
und dienstbar ist mit
Landsteuer 1 Gulden 45 Kreuzer
Dienst zum Pfarrer (von Ebelsberg) 5 Gulden“. (Stadtarchiv Linz,Urbar Ebelsberg 1670)
1784
Bei der Verlassenschaftsabhandlung vom 5. Juni 1784 nach dem Tode des
Besitzers Georg Zehetner zeigte sich ein Gesamtvermögen von 2920 Gulden 57
Kreuzer. Die am Hause lastenden Schulden mit den Abhandlungsabgaben
betrugen 1 264 Gulden 57 Kreuzer. Zum Verteilen blieben also 1657 Gulden.
Erben waren die Witwe, der Sohn Michael aus der 1. Ehe und 6 Kinder im
Alter von 2 bis 18 Jahren aus der 2. Ehe des Verstorbenen.
Die Witwe übernahm wieder das Haus zusammen mit ihrem „angehenden Ehewürth“
Franz Sallmann. Dazu ist folgende „Anmörkung“ dem Abhandlungsprotokoll
beigesetzt: Johann Sallmann, Sohn vom Vordermayrgut als angehender Ehewirt
der Anna Zehetnerin des Pirsergutes zu Ansfelden verheiratet seiner Braut
an barem Geld eintausendzweihundert Gulden. Die Braut verheiratet ihrem
Bräutigam ihr halbes Vermögen. Die Vordermayrin Maria Sallmann hat in
Gegenwart von Zeugen dazu noch erklärt, dass sie ihrem Sohn nebst dem
Heiratsgut von 1200 Gulden noch 300 Gulden ohne Zinsen leihen wolle.
(OÖ.Landesarchiv,Landgerichtsarchiv E 89, Seite 41vff).
1858
Am 26,Juni 1858 übernahm der Sohn Franz von Georg Sallmann, der 1857
gestorben war, den Besitz. Dieser verehelichte sich am 6.Juli 1858 mit
Gertraud Mayr, Tochter des Ignaz Mayr vom Puchnergute.
(Trauungsbuch Ansfelden V, Seite 3)
In die Zeit, während Franz und Gertraud Sallmann Besitzer waren, fällt die
große Bauperiode, in der das Haus im wesentlichen in der heutigen Form
erbaut worden war. Die Baubewilligung des Bezirksamtes St. Florian trägt
das Datum vom 21.März 1859. Das Tor an der Westseite des Hauses trägt die
Jahreszahl 1859. Der Türstock der Haustüre trägt die Anfangsbuchstaben der
Erbauer und Besitzer FS und GS und die Jahreszahl 1863. (Bauplan und die
Dokumente in Stein).
1874
Im Familienregister der Pfarre Ansfelden vom Jahre 1874 ist das „Pirserhäusl“,
Ansfelden 17, als durch Brand verwüstet bezeichnet, wo auf der Ruine ein
Garten angelegt wurde. Daß das Häusl abbrannte dürfte aber schon 1780 -1790
gewesen sein.
1939
Infolge Übergabsvertrag vom 27. April 1939 und Ehepakte vom 24. April 1941
wurden Franz Sallmann III. und Maria Ebmer Besitzer des Birsergutes.
(Grundbuch)
1941
Die Eheschließung von Franz Sallmann III. und Maria Ebmer fand am 19. Mai
1941 in Linz-St. Josef statt.
1972
Durch Übergabsvertrag vom 16.August 1972 wurden Franz Sallmann IV. und
Martha Maria Amalia geb. Meindl Besitzer am Birsergut. Deren Eheschließung
fand am 5. September 1972 statt. |
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