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Platzl vulgo Petersberger

 
     
 

    

    

 
 

 

 
     
 

Hausgeschichte des Petersbergergutes in Kremsdorf

Das Petersbergergut stand einst zum Teil unter der Herrschaft Weißenberg, zum anderen Teil aber unter der Herrschaft Pfarrhof Ansfelden. Alle Verlassenschaftsabhandlungen wurden jedoch vom Pfleger der Herrschaft Weißenberg durchgeführt. So sind in der Büchern der Herrschaft Weißenberg viele Aufzeichnungen über das Petersbergergut erhalten. Diese Bücher gehören dem Stift Kremsmünster, da Weißenberg und seine Besitzungen unter Abt Alexander III. im Jahre 1758 vom Stift Kremsmünster gekauft wurden. Das Stift Kremsmünster hat aber die Weißenberger Bücher dem oberösterreichischen Landesarchiv leihweise zur Verfügung gestellt. Im Landesarchiv können daher diese Bücher eingesehen werden.
Im Band 18 dieser Weißenberger Bücher ist erstmals ein Michael Petersberger am Petersbergergut genannt. Dieser Michael kann zwar einen anderen Familiennamen gehabt haben, in der damaligen Zeit war es jedoch üblich Vornamen und Hausnamen in die Bücher einzutragen. Nur selten scheint dazu auch noch der Familienname auf.

1629
Im Jahre 1629 ist von diesem Petersberger im Zusammenhang mit einer Vormundschaft die Rede. Michael Petersberger war „Gerhab“, das ist Vormund, bei den „Hutterader“-Kindern Martin, Andreas, Christoph, Michael und Maria (Hutter in Fürhappen 3). Deren Vater „Hutterrättner“ war gestorben. Daher hatte Michael Petersberger das Vermögen dieser Waisenkinder, ein väterliches und ein schwesterliches Erbgut in der Höhe von zusammen 147 Gulden 3 Schillingpfennig und 20 Pfennig zu verwalten. Der Betrag wurde durch den Vormund Michael Petersberger an die Nachfolger am Hutterratergut Matthäus und Sophia entliehen. Dafür wurde von der Herrschaft Weißenberg ein Schuldschein ausgestellt. (Landesarchiv,Weißenberger-Protokolle aus dem Stiftsarchiv Kremsmünster Hs.18)

1660
Zu Bartholomä im Jahre 1660 wurde zwischen der Herrschaft Weißenberg und dem Pfarrhof zu Ansfelden ein Vertrag errichtet, der die Zuständigkeit „für das Petersbergergütl“ bei einem Todesfall festlegt. Beide, so wurde vereinbart, haben bei einer Abhandlung des Gutes anwesend zu sein, aber die Oberhand gebührt Weißenberg
als Vogtei. Das geht aus einem Schreiben hervor, das von der Herrschaft Weißenberg am 29.Dezember 1684 an den Propst von St.Florian gerichtet wurde. Diese Vereinbarung war notwendig geworden, weil in dieser Zeit die Pfarre und damit alle Rechte des Pfarrhofes Ansfelden an das Stift St. Florian gekommen waren. (Stiftsarchiv St. Florian)

1674
Am 24. Juli 1674 stellten der Schulmeister von Ansfelden Wolf Leebersorg und Elisabeth seine Ehewirtin der Kirche zu St. Peter und Pauli am Petersberg einen Schuldbrief per 100 Gulden aus, da sie aus der Peterskirche diesen Betrag entliehen hatten. (Landesarchiv;Weißenberger-Protokolle aus dem Stiftsarchiv Kremsmünster Hs.4)

1679
Im Oktober 1679 starb die Mutter Katharina Petersberger mit den Kindern Georg, 13 Jahre alt, Heinrich, 8 Jahre, und Rosina, 4 Jahre alt, an der Pest. In der „Petersberger Hanfstube“ starben an der Pest die Ehefrau des Martin Sumersberger Elisabeth mit 4 Kindern. (Totenbuch B.S.410)

1685
Am 24. Jänner 1685 fand die Verlassenschaftsabhandlung nach der verstorbenen Barbara Schender statt. Der Grundwert „samt Rat und Gereut am Zierberg und Wießfleckl“ wurde auf 430 Gulden, der Fahrniswert auf 140 Gulden, das Gesamtvermögen also auf 570 Gulden geschätzt. Die Schulden betrugen 332 Gulden 1 Schilling.
Der Viehstand war:
2 Rößl zu 30 Gulden
1 Kuh u. 2 Kälber zu 14 Gulden
1 Schwein zu 2 Gulden

1686
Am 29. April 1686 gebar Katharina, die dritte Frau des Matthias Schender, eine Tochter Elisabeth. Da das Kind bei der Geburt in Lebensgefahr schwebte, wurde es von der Hebamme getauft. Der Vater Matthias Schender wird bei dieser Taufeintragung als „Mesner am Petersberg“ bezeichnet. Die Funktion als Mesner hatte wohl der jeweilige Petersberger inne, war doch sonst kein Haus in der Kirchennähe. Es dürfte dem Matrikenführer mehr einen Spaß bedeutet haben, den kleinen Bauern am „Petersbergergütl“, wie es fast immer genannt wird, mit diesem Amtstitel zu bezeichnen. (Taufb. C,S.126)

1703
In einem Schreiben vom 30. Juli 1703 beantwortet der Pfarrer von St. Johann am Wimberg, der um 1680 Kaplan in Ansfelden gewesen war, dem Pfarrer von Ansfelden dessen Fragen:
„Daß unlängst die Behausung des Petersberger in Rauch aufgegangen ist, deswegen der gute Mann wohl zu bedauern ist, gleichwohl hat es Gott behütet, dass das Feuer das liebe Kirchlein nicht ergriffen hat. Nun sei aber der Abbrändler bedacht, wiederum zu bauen und die Behausung zu erweitern. Es ist aber zu achten, dass durch Annäherung des Gebäudes die Kapelle nicht in größere Gefahr gesetzt wird. Auf die Frage weiß er keine Antwort, die ihm gestellt worden war, ob vom Kirchenplatz und vom anliegenden Ackerl etwas zum Hause gehöre, oder ob dies dem Mesner (Petersberger) wegen des Läutens zu seinem Genuß gleichsam als Besoldung gelassen worden sei. Er meint schon, dass es eine Art Besoldung war. Der jährliche Dienst (die Abgaben) haben aber dem Pfarrhof Ansfelden gereicht werden müssen. Steuer und Robotgeld habe aber Weißenberg eingenommen. (Stiftsarchiv St. Florian nach Rep. 1702 21/11).

1785
Die Kirche auf dem Petersberg wird unter dem großen Kirchenreformator Kaiser Josef II. 1795 gesperrt, und es durfte kein Gottesdienst mehr darinnen abgehalten werden. Dann wurde sie samt der nächsten Umgebung verkauft und abgebrochen.

1935
Am 19. November 1935 starb die Mitbesitzerin am Petersbergergut Theresia Krentl. (Totenb. VIII,S 43)
Durch Einantwortung vom 7.Februar 1936 wurde Karl Krentl Alleinbesitzer.
Da das Ehepaar Karl und Theresia Krentl keine eigenen Kinder hatte, adoptierte Karl Krentl am 24.Juni 1938 Klara Reider, Tochter des Johann und der Barbara Raider vom Faistengut in Untereglsee 10, Pfarre Niederneukirchen. Klara war zunächst Wirtschaftsführerin am Petersbergergut.

1941
Durch Notariatsakt vom 1.April 1941 übergab Karl Krentl das Petersbergergut seiner Wahltochter Klara. Nach der damaligen NS-Gesetzgebung war der Hof als Erbhof bezeichnet und demgemäß wurde Klara als Alleinbesitzerin angeschrieben.
Am 21. April 1941 schloß die Besitzerin Klara Krentl die Ehe mit Josef Platzl.

1946
Am 9. Oktober 1946 wurde dem Ehepaar Josef und Klara Platzl der Sohn Josef geboren.

1970
Josef Platzl schloß am 10. Mai 1970 mit der am 16.August 1950 in Pucking geborenen Christine Turner die Ehe. Dieses Paar wurde durch Übergabe vom 28. Dezember 1970 Besitzer des Petersbergergutes.