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Hausgeschichte des Hoflergutes in Audorf
1617
Ein namentlich bekannter Besitzer des Hoflergutes scheint 1617 erstmals
auf. In einer Urabschrift des Gotteshauses Ansfelden vom 15. April 1617
heißt es:“ Hofler Georg zu Zehethof gibt jährlich 24 Pfennig von Äckern zu
drei Feldern liegend, das Eigen genannt und im 3.Jahr ein Pfund Wax.“
Dieser Georg Hofler musste mit einer Anna verheiratet gewesen sein, wie
eine Aufzeichnung vom „Ableiben weiland Anna Georgen Renners aufm
Hoflergut geweste Hausfrau ausweist.“ Außerdem geht aus dieser Notiz
hervor, dass der Familienname der Besitzer Renner war. (OÖ.Landesarchiv,Weinbergerarchiv,Aktenband 1360, Jahr 1628-1634,
fol.11v).
Später ist dieser Georg Renner wieder einfach als Georg Hofler bezeichnet.
Er musste sich mit einer Barbara verehelicht haben, da eine Barbara am
18. November 1675 starb und im Totenbuch als „alt Hoflerin“ eingetragen
ist.
(Totenbuch Ansfelden B, Seite 402)
Georg Hofler war bereits am 5. Juli 1662 gestorben. (Totenbuch Ansfelden B, S 363)
1730
Bei der Verlassenschaftsabhandlung nach Georg Perger wurde das Hoflergut
auf 400 Gulden und das Gletfischerhaus auf 300 Gulden geschätzt. Barschaft
waren 21 Gulden vorhanden. Die Fahrnis hatte einen Wert von 577 Gulden.
814 waren als sogenannte „Schulden herein“ ein verhältnismäßig großer
Betrag, der hereinzubringen war. Schuldner waren besonders der „Plachermüller“
mit 200 Gulden und der Fleischhacker von Ebelsberg mit 260 Gulden. Die
Witwe übernahm das Haus mit ihrem künftigen Ehewirt. Der lebenslange
Unterhalt für eine stumme Tochter wurde als Verpflichtung in die Übernahme
hineingenommen.
Die Witwe Barbara verehelichte sich am 20. Juni 1730 mit Johannes Ployer,
der beim Rennerhiesen im Dienste war.
(Trauungsbuch Ansfelden E, S 41)
1750
Die Theresianische Fassion aus dem Jahre 1750 hält als Besitzer des
Hoflergutes „Franz Teimbl“ fest.
Sein Viehbestand waren:
2 Pferde
4 Kühe
4 Schafe
1 Schwein.
Der Zehent musste an der Pfarrhof Ansfelden geliefert werden. Das
Zehentgetreide wurde vom Feld weg ausgesondert. Das Hoflergut hatte Teil
am Holz in der „Gemein-Au“.
An das Stift St.Florian waren als jährlicher Küchendienst 60 Eier, 4
Hähne, 2 Hennen und 4 Kas zu liefern. Außerdem mussten als „Fischdienst“
an die Küche St.Florian jährlich 7 „große Fische“ geliefert werden. Dann
waren an das Stift noch zu liefern
37,8 Metzen Hafer.
(OÖ. Landesarchiv, There.Fassion, Traunviertel, St.Florian, Handschrift
207)
1771
Unter den Besitzern Johann und Maria Pfistermüller wurde der Schuldenstand
des Hauses so hoch, dass er bereits den Wert des Gesamtvermögens um 87
Gulden überschritt. So verkauften sie am 1.Juli 1771 das Hoflergut samt
Gletfischer mit dem dazugehörigen Fischwasser der Fahrnis und der Fechsung
um 1900 Gulden an Jakob und Maria Wiesmayr. Da der Schuldenstand 1987
Gulden betrug, bekamen die Verkäufer nicht nur keinen Gulden dafür auf die
Hand, sie mussten vielmehr noch den Rest von 87 Gulden ersetzen.
Den Verkäufern ist im Gletfischerhaus lebenslängliche freie Herberg
zugesagt worden, item in kleinem Maß 2 Metzen Weizen, 4 Metzen Korn, 1
Metzen Gerste, 1 Metzen Hafer. Item zur Verhölzung ein Klafter Scheiter
und Wiedholz oder in Geld 3 Gulden 10 Kreuzer, einen Birn-und 3
Zwetschkenbaum, wann ein Rind geschlachtet wird, 10 Pfund Fleisch davon, 1
Pfund Haar von der Brechl, 3 Maß Rindschmalz und 5 Metzen geschnittenes
Kraut. Von Georgi bis Martini wöchentlich 2 Maß süße Milch, die andere
Zeit aber die Hälfte, nämlich wöchentlich 1 Maß, wenn’s vorhanden ist und
letztlich in der Käufer Futter zwei Hennen zu verstatten. Wann aber eines
verstirbt, fallet die Hälfte des Auszuges dem Haus anheim. (OÖ.Landesarchiv, Landgerichtsarchiv F 100, S 85vff)
1787
Unter dem Besitzer Jakob Wiesmayr fand am Hoflerhaus die Aufnahme der
sogenannten „Josephinischen Fassion“ 1787 statt. Aus dieser ist folgendes
zu entnehmen:
In der Ortschaft Audorf gehörten zum Hoflergut 18 Joch und 1 327
Quadratklafter Äcker und 2 Joch 319 Quadratklafter Wiese.
1927
Der Alleinbesitzer des Hoflergutes Johann Herber adoptierte am 21. Juni
1927 seine Nichte Theresia Dornauer, Bauerstochter vom Sparrergute in
Moos, die Wirtschafterin am Hoflergute war. Diese hatte sich nun „Dornauer-Herber“
zu nennen.
Am 11. Juli 1927 übergab Johann Herber den Besitz des Hoflergutes an seine
Adoptivtochter Theresia Dornauer- Herber und an deren Bräutigam Franz
Petermandl. Die Ausübung des Fischereirechtes behielt er sich bis zu
seinem Lebensende vor. (Notariatsakt vom 11.Juli 1927)
1954
Durch Einantwortung vom 15. November 1954 wurde Franz Petermandl
Alleinbesitzer.
1964
Durch Übergabsvertrag vom 2. September 1964 wurden Karl und Gertraud
Petermandl Besitzer. Gertraud , geb.Zabern, ist eine Bauerstochter vom
Gstöttnerhof in Ansfelden. (Grundbuch) |
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