Übersicht Aigner AlmederH AlmederS Anzinger Bachl BaumgartnerG BaumgartnerH BergmairM BergmairP Bräuer BreinesbergerG Ebner EcklbauerB EcklbauerM Edlmair Einsiedler Etlinger Forstner K ForstnerP Greul GruberB GruberS Gründling Hagmayr Hamberger Harrer Heindl Hemelik Hofmann HuberG HuberH HuberS HuberW HuberZ Jungmair Jungreuthmayr Krentl LangmayrB LangmayrH LehnerF LehnerG LehnerH LehnerM LichtenbergerB LichtenbergerM Mayr-Stockinger MayrH Moosbauer Neubauer Neuwirth Oberleitner Obermayr Öllinger ÖmerF ÖmerS Petermandl Platzl PollhammerB PollhammerH PollhammerK Prummer Ritzlhof Rogl Roithmayr Safnauer Sallmann SandmayrZa SandmayrZe Schedlberger Schickmaier SchreiberhuberA SchreiberhuberP SchreiberhuberS Schuster SommerF SommerM SommerV Stärk Stockinger Strauß Sumersberger Wörndl Zabern Zehetner Zeilinger

 
     
 

Obermayr vulgo Winkler

 
     
 

    

 
 

 

 
     
 

Hausgeschichte des Winklergutes in Rapperswinkel

1378
Im Urbar des Stiftes St. Florian aus dem Jahre 1378 ist am Winkler ein Andreas als Besitzer eingetragen.

1525
Im Urbar des Stiftes St. Florian aus dem Jahre 1525 ist vermerkt, dass das Winklergütl damals 3 Schillingpfennige und 22 Pfennige an das Stift St. Florian als der zuständigen Grundherrschaft als Gelddienst zu leisten hatte. Außerdem sind dort die damaligen anderen Ablieferungen, die jährlich noch an das Stift zu leisten waren, angegeben. Es waren dies 6 Hühner, zu Ostern 90 Eier, und dann noch 3 „Kas“. Außerdem war der Zehent vom Winkler an den Pfarrhof zu Ansfelden zu geben, also ein Zehntel des Getreideertrages dem Pfarrer abzuliefern.

1693
Als späteres Beispiel für die jährliche Zehentleistung sei das Jahr 1693 angeführt. In diesem Jahre wurde an Zehentgetreide an den Pfarrhof Ansfelden vom Feld weg geliefert: 5 Mandl Korn zu 16 Garben und dazu noch eine Garbe. Vom Weizen mussten 3 Mandl mit 16 Garben angeführt und dazu 4 Garben an den Pfarrhof abgeliefert werden. Der zehnte Teil der Wicken wurde vom Amtmann am Feld ausgesteckt, wenn sie abgemäht waren. Der ausgesteckte Teil, auch ein Zehntel von den Wicken, gehörte auch dem Pfarrhof. (Stiftsarchiv St. Florian, Zehentbuch Ansfelden 1693-1787,fol.568)

1714
Am 3.März 1714 starb Bartholomäus Winkler zu Rapperswinkel. Am 24.Mai 1714 fand bei der Stiftsherrschaft St. Florian die Verlassenschaftsabhandlung statt. Diese Abhandlung brachte folgende Ergebnisse:
Das Winklergütl wurde geschätzt auf 340 Gulden und das dazugehörige Gutbauernhaus auf 300 Gulden.
Barschaft war bei der Abhandlung keine vorhanden.
Hans Zoteder schuldete 30 Gulden.
In Verrechnung wurden folgende bereits ausbezahlte Heiratsgüter genommen:
An Barbara Fuxhuber, Tochter vom Winklerhaus, Ehewirtin des Bartholomäus Fuxhuber, Inwohner im Gutbauernhaus, war als Heiratsgut bereits ausgegeben worden eine Kuh und 110 Gulden.
An die Tochter Maria, Ehewirtin des Veit Englsberger, war bereits als Heiratsgut ausgegeben worden: 50 Gulden, eine Kuh im Werte von 10 Gulden, 5 Gulden für ein Versprechen und 5 Gulden für eine Strafe, zusammen also 70 Gulden.
Die Tochter Gertraud, Ehewirtin des Andreas Niedermayr, ebenfalls Inwohner im Gutbauernhaus, hat zusammen mit einer Kuh 22 Gulden erhalten.

Dieser gesamte Betrag von 232 Gulden wurde als Aktivschuld, „Schulden herein“ genannt, in die Abhandlung aufgenommen.

Die Fahrnis ist in einem Verzeichnis von fast vier Seiten aufgeschrieben. Erwähnt seien davon:
3 Rößl samt Gschirr 70 Gulden
4 Kühe zusammen 48 Gulden, 1 zwei- und 1 einjährige Kalbin zusammen 12 Gulden,
2 Schweine zusammen 4 Gulden
2 Schafe und 2 „Lampl“ zusammen 3 Gulden, usw.

Gesamtwert von Vieh und Fahrnis 258 Gulden 50 Kreuzer.
Wert des Gesamtvermögens 1130 Gulden 50 Kreuzer.
Schuldenstand 474 Gulden 26 Kreuzer.
Das aufzuteilende Vermögen betrug daher 656 Gulden 24 Kreuzer.

Die Hälfte, also 328 Gulden 12 Kreuzer, bekam die Witwe Maria zugesprochen. Von der anderen Hälfte, die den Kindern zufiel, wurden 32 Gulden an „Fallfreigeld“ (eine herrschaftliche Abgabe) an die Grundherrschaft St.Florian abgezogen. Die restlichen 296 Gulden 12 Kreuzer wurden auf die folgenden Kinder aufgeteilt:
Wolf, 27 Jahre alt
Hans, 25 Jahre alt
Matthias, 19 Jahre alt

Die bereits mit Heiratsgut bedachten Töchter
Barbara Fuxhuber
Maria Engelsberger
Gertraud Niedermayr

Der Sohn Matthias und seine zukünftige Ehewirtin Katharina übernahmen die Güter und hatten an die Grundherrschaft St. Florian 146 Gulden 18 Kreuzer an Abgaben und Taxen zu leisten.

Für die nicht verheirateten Kinder wurden Konrad Wittich und Veit Summesberger als Vormund bestellt.

Für die Witwe Maria wurde folgender Auszug festgelegt:
Holz- und zinsfreie Wohnung, die gewöhnliche Kost mit den jungen Besitzern, dazu noch alle Jahre 1 Metzen Korn, ½ Metzen Weizen, 1 Kandl Schmalz, 4 Gulden Zins, 30 Eier und wöchentlich 1 Kandl süße Milch. (OÖ. Landesarchiv, Landgerichtsarchiv, F 43, fol.116ff).

1750
Die sogenannte Theresianische Fassion, die Besitzaufnahme wie sie unter Kaiserin Maria Theresia um 1750 durchgeführt wurde, beinhaltet für das Winklergut in Rapperswinkel folgende Angaben:

Besitzer des Winkler und des Gutbauernhauses Matthias Huber

Viehstand:2 Pferde,4 Kühe,6 Schafe und 2 Schweine.

Getreideertrag:
2 Metzen Weizen gesät, 12 Metzen geerntet,
10 Metzen Korn gesät, 40 Metzen geerntet,
1 Metzen Hafer gesät, 5 Metzen geerntet,
10 Metzen Wicken gesät, 40 Metzen geerntet,
12 Mäßl „Haar“ gesät, 5 Pfund geerntet
3 Metzen Hanf gesät und 400 Pfund geerntet

Der Wert des Winkler mit dem Gutbauernhaus zusammen wurde mit 640 Gulden angegeben.

Die Ablieferungen der beiden Häuser zusammen an die Grundherrschaft St. Florian betrugen jährlich:
zu Ostern 150 Eier
im Frühjahr 7 Hühner
im Herbst 7 Hähne
und 7 „Kas“

Der Zehent (10 % des Getreides) vom Gutbauernhaus war nach St. Florian und vom Winkler in den Pfarrhof Ansfelden zu liefern.

Vermerkt ist in dieser Fassion noch, dass 8 „Fährtl“ Heu eingebracht und 1 Eimer Most erzeugt wurde.
(OÖ. Landesarchiv, Ther.Fassion Traunviertel, Hs.207)

1764
Als 1764 die Besitzer des „Neuhäusl“ zu Rapperswinkel, Wolfgang und Magdalena Huber, kurz nacheinander starben, wurden die zwölf Kinder des Matthias Huber vom Winklergütl die Erben.

1787
Die sogenannte Josephinische Fassion, die unter Kaiser Joseph II. um das Jahr 1787 aufgenommen wurde, zeigt für das Winklergut folgendes Ergebnis:
Als Besitzer für das „Winklergütl“ zu Rapperswinkel Nr. 6 wird angeführt: Matthias Ebmer.

Sein Viehstand bestand in:
2 Pferden,
4 Kühen,
2 Stück Jungvieh,
4 Schafen.

Als Gründe des Winklergutes, die in der Ortschaft Rapperswinkel liegen, werden hier angegeben:
21 Joch 122 Quadratklafter Acker und 3 Joch 1144 Quadratklafter Wiese.

Der Ertrag der Äcker ist angegeben mit:
Aussaat: 7 und 32/64 Metzen Weizen bei einer Ernte von 38 58/64 Metzen.

Aussaat: 36 14/64 Metzen Korn bei einer Ernte von 133 44/64 Metzen.

Gerste wurde keine gesät.

Mischgetreide wurde gesät 7 32/64 Metzen und geerntet 46 26/64 Metzen.

Hafer wurde gesät 54 19/64 Metzen und geerntet 146 12/64 Metzen.
(OÖ.Landesarchiv, Joseph.Fassion,KG Rapperswinkel, T 309)

1808
Elisabeth Mayr starb am 22. April 1808.
Die Verlassenschaftsabhandlung besagt folgendes:
Durch Gütergemeinschaft, die durch Zeugenaussagen bestätigt wurden, fiel dem Witwer die Hälfte des Besitzes als Erbgut zu. Die andere Hälfte besaß er ja selber.
Die Realität wurde geschätzt auf 640 Gulden.
Barschaft war vorhanden in 124 Gulden.
Obligationen bestanden in der Höhe von 835 Gulden.
Der Fahrniswert betrug 1783 Gulden 58 Kreuzer, sodaß ein Gesamtvermögen von 3382 Gulden 58 Kreuzer vorhanden war.

Der Witwer Georg Mayr übernahm am 18.November 1808 das Gut, nachdem er das 10prozentige Todfallfreigeld vom halben Realitätswert, nämlich 32 Gulden bezahlt und sich verpflichtet hatte, die Legate, nämlich 50 Gulden zur Pfarrkirche Ansfelden zu einer Stiftsmesse und 10 Gulden an die Armenkasse, sowie dem Knecht Sebastian Hager 50 Gulden und der großen Dirn Magdalena Zehetnerin 25 Gulden zu berichtigen.

Die Unterschrift unter das Protokoll setzte Georg Mayr noch mit einem Kreuzl. (OÖ. Landesarchiv, Landgerichtsarchiv F 142)

1824
In diesem Jahr mussten größere Umbauarbeiten am Hause durchgeführt worden sein. Die Stubendecke trägt die Jahreszahl 1824 und die Namen Elisabeth und Georg Mayr.

1912
Am 5. September 1912 übernahm die Tochter des Karl Mayr Theresia Mayr das Winklergut und heiratete am 16. September 1912 Franz Obermayr, Sohn des Martin Obermayr, Besitzer des Loidlgutes in Wackersbach 7, Pfarre Eferding und der Anna geb. Hintenaus. (Trauungsbuch Ansfelden VIII, fol.5)

Franz Obermayr starb am 30. Oktober 1950.
Der Besitz wurde am 21. August 1954 der Theresia Obermayr eingeantwortet. (Grundbuch)

1957
Am 7. Dezember 1957 übernahmen Karl und Maria Obermair das Winklergut. (Grundbuch)