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Lehner vulgo Huber zu Höfen

 
     
 

    

    

    

 
 

 

 
     
 

Hausgeschichte des Hubergutes zu Höfen in Fleckendorf 20

Im Verhandlungsprotokoll der Guts-und Stiftsherrschaft St. Florian, das unter der Bezeichnung F 220 im Landesarchiv liegt, war auf S 41 v in der Niederschrift vom 7. November 1696 der Besitzername „Veit Hueber zu Höfen“ zu lesen. Bei dieser Notiz geht es um ein paar Äcker, die das Kruglgut (heute Anfeldner Hof) von der Herrschaft St. Florian besaß, während das Krugl selber unter der Herrschaft Ebelsberg stand. Die genannten Äcker wurden nach dem Tod des Besitzers vom Krugl von der Witwe und weiteren Besitzern wieder übernommen. Als Zeuge bei dieser Grundstücksübernahme fungierte der genannte Veit Huber zu Höfen.
Eine vorangehende Niederschrift im selben Band ebenfalls vom 7.November 1696 besagt, dass der Huber zu Höfen für die Waisenkinder vom Kruglgut als Gerhab,, also als Vormund bestellt worden war. In dieser Aufzeichnung ist nun auch der Familienname des Huber zu Höfen als “Veit Aigenpauer“ verzeichnet.

Aus den Matriken der Pfarre Ansfelden
Dieser Veit Aichbauer war beim Mayr in der Thann in Diensten und hatte am 6.November 1656 Katharina, die Tochter des Stephan Mayr in der Thann geheiratet. (Trauungsbuch B,S 221)
Veit Aichbauer war geboren am 18. März 1635. Die Eltern des Veit waren Wolf und Magdalena Aichbauer am Aichbauerngut in Moos. Dass es sich bei Wolf und Magdalena Aichbauer tatsächlich um die Besitzer des Aichbauerngutes handelt, geht aus einer Taufeintragung ihrer Kinder im Taufbuch A S.24 hervor. Der Familienname am Aichbauerngut mochte ein völlig anderer sein. Der Sohn Veit nahm jedenfalls den Hausnamen als Familiennamen mit sich. Es vollzog sich hier das, was sich damals abspielte, wenn Kinder eines Bauernhauses anderswohin heirateten.
Dem Veit und der Katharina Aichbauer wurde am 10. Februar 1661 ein Sohn Stephan getauft. Bei der entsprechenden Taufeintragung ist der Vater als „ beim Mayr in der Thann in Diensten“ eingetragen.
Am 27. Dezember 1658 wurde eine Sophia und am 6.Februar 1661 eine Dorothea der Eltern Veit und Katharina Aichbauer getauft. (Taufbuch B, S 52 und S 66)
In einem der folgenden Jahre musste Katharina Aichbauer gestorben sein. Ein Todesdatum wurde nicht gefunden.
Am 23. Mai 1667 heiratete der Witwer Veit Aichbauer die Bindermeisters- und Bürgerstochter Susanne Wiesmayr aus Ebelsberg.

Veit Aichbauer als Huber zu Höfen
Am 12. November 1668 brachte Veit Aichbauer einen Martin zur Taufe, den ihm seine zweite Frau Susanne geboren hatte. Paten waren Veit und Sophia Winschperger. Bei dieser Taufeintragung nun ist Veit Aichbauer als Huber zu Höfen eingetragen. (Taufbuch B,S 109)
Hier macht sich neuerlich der Mangel geltend, dass die Abhandlungs- und Verkaufsprotokolle der Dechantei Linz und damit auch die des Hubergutes zu Höfen nicht zu finden sind. Es könnte sonst darin ermittelt werden, wie dieses Ehepaar zum Besitz des Hubergutes gekommen war. Wahrscheinlich gehen aber die Vermutungen nicht fehl, dass die zweite Frau des Veit, die Bürgerstochter aus Ebelsberg ein Vermögen mitbrachte, das den Erwerb des Hubergutes ermöglichte. Anderseits hatte wahrscheinlich Veits erste Frau vom Mayr in der Thann einiges geerbt und in die Ehe eingebracht, wodurch Veit Aichbauer doch schon ein Vermögen besaß, sonst hätte er wohl kaum eine Bürgerstochter aus Ebelsberg zur Frau bekommen. Der Lohn eines Dienstboten allein, auch nicht der beim Mayr in der Thann mit etwa 12 bis 15 Gulden im Jahr hätten es dem Veit wohl nie möglich gemacht, das Hubergut zu Höfen mit einem Gutswert von 600 Gulden und einem etwa doppelt so hohen Inventarswert zu erwerben.
Die Kinder des Veit und der Susanne Aichbauer:
Georg, getauft am 31. März 1670 (Taufbuch B,S 117)
Maria, getauft am 4. Jänner 1671 (Taufbuch B,S 129)
Gertraud, getauft am 5. März 1676 (Taufbuch B,S 151)
Josef, getauft am 19. März 1678 (Taufbuch B,S 162)
Eva, getauft am 6. 12. 1681 (Taufbuch S 179)
Vitus, getauft am 28. Mai 1684 (Taufbuch C,S 41)
die Zwillinge Stephan und Georg, getauft am 28. März 1687 (Taufbuch C,S 145)
und die Zwillinge Johannes und Bartholomäus, getauft am 19. August 1689 (Taufbuch Dupl.S 48)
Veit Aichbauer starb am 26. Mai 1714 (Totenbuch D,S 263). Ein Todesdatum der Katharina Aichbauer konnte nicht gefunden werden.

Schon am 28. Mai 1714 schloß der Sohn Vitus, also auch wieder ein Veit, die Ehe mit Maria, der Tochter des Vitus Rieder zu Ried. (Trauungsbuch D,S 173). Am 17.Juli 1714 wurde das Kind Jakob getauft (Taufbuch D,S 61). In dieser Taufeintragung ist dieser Veit Aichbauer schon als Besitzer des Huber zu Höfen eingetragen. Es musste also in der Zeit zwischen Ende Mai und 17.Juli die Verlassenschaftsabhandlung und die Übergabe an die neuen Besitzer stattgefunden haben.
Als weitere Kinder wurden getauft:
Sophia am 5. November 1716 (Taufbuch D S, 73)
Thomas am 19. Dezember 1717 (D,S 82)
Magdalena am 27. Juli 1720 (D,S.98)
Sophia und Elisabeth, Zwillinge, am 6. Mai 1723 (D,S.120)
Theresia am 3. Februar 1726 (Taufbuch E,S 28)
Josef am 25. Februar 1729 (E,S 64)
Gertraud am 17. Februar 1733 (E,S 112)
Von den Kindern starben im frühen Alter:
Jakob im Alter von 12 Jahren am 16.Jänner 1726 (Totenbuch E,S.13)
Von der 1716 geborenen Sophia konnte zwar kein Todesdatum gefunden werden, aber auch sie musste früh gestorben sein, da 1723 wieder eine Sophia getauft wurde.
Von den Zwillingen starb die Elisabeth im Alter von dreiviertel Jahren am 10. März 1724 (Totenbuch D,S 304)
Thomas starb im Alter von 8 Monaten am 26. Dezember 1717 (Totenbuch D,S 275)
Josef starb im Alter von 1 Jahr im Jahre 1730. (Totenbuch E,S 38)

Grundbuch der Dechantei Linz
Besitzungs-Ausweis über von Joseph Dumel besitzendes Huber zu Höfen
Bewertung: 538 Gulden
Gründe: Joch 64/Joch Quadratklafter
Äcker 23 19 14
Wiesen 5 34 5
Wald 10 53 8
Zusammen: 40 29 18

Abgaben: Gulden Kreuzer Pfennig

Landesfürstliche:
Militärbeitrag 2 14 2
Fleischaufschlag - 58 2
Weggeld - 30 -
Viehaufschlag - 30 „

An den Grundherrn:
Haussteuer 7 30 -

Getreidedienst Metzen
Weizen 4 ½
Korn 18
Hafer 22
Gerste 1 ½

Robot:
Die landesübliche Robot von 14 Tagen jährlich

Zehent:
Den ganzen Zehent an das Stift St.Florian

Getreidesammlung für den H.Pfarrer von Ansfelden
½ Metzen Korn und ½ Metzen Hafer

Dem Schulmeister:
¼ Metzen Korn und ¼ Metzen Hafer
1 Laib Brot,6 Eier und 1 Bündl Haar.
(Landesarchiv,Grundbuch Linz,Handschrift 131,Seite 9)

Ausnahme-Vertrag
In Folge des zwischen Joseph Thuml und Maria dessen Eheweib als gemeinschäftliche Übergeber des Hubergutes Nr. 20 in der Ortschaft Fleckendorf, Pfarre Ansfelden, und ihrem eheleiblichen großjährigen Sohn Franz Thuml als Übernehmer des benannten Gutes ordentlich errichteten und ratifizierten Kaufsübergabsvertrages vom 9. April 1831 bedingten sich die ersteren für ihre beiderseitige Lebensdauer nachstehendes von dem Stifter unweigerlich zu leistendes Ausnehmen als:
1. Eine Wohnstube zu ebener Erde neben der gemeinschäftlichen Küche und ein kleines Kammerl, genannt das Haar-und Fleischkastl im oberen Trakte des Hauses.
2. Jährlich 10 Metzen Korn, 6 Metzen Weizen, 2 Metzen Gerste, 6 Metzen Erdäpfel, 1Zentner rohes Fleisch, 4o Pfund Rindfleisch, 10 Maß Rind- und 3 Maß Schweineschmalz, 20 Pfund Salz, 4 Pfund Unschlittkerzen, 1 Pfund Schafwolle, 2 Pfund Flachs von der Brechl, dann täglich 3 Halbe gute Kuhmilch nebst 1 Stück Ei; für das ganze Jahr hindurch Brennholz, Gemüse und Grünspeisen nach Bedürfnis, ferner 1/10 nicht nur von jeder Obstgattung sondern auch das freie und ungehinderte Waschen und Brotbacken, sowie die etwa nötigen Fuhren und endlich vorzüglich die kindliche Betreuung in Krankheitsfällen.
3. Wenn eines von den beiden Auszüglern stirbt, soll der Gutsübernehmer den überlebenden Teil von den unter Nr.2 spezifizierten und bedungenen Reichnissen nur mehr die Hälfte zu geben verbunden sein, jedoch darf in Rücksicht der sub Nr.1 beschriebenen Wohnung sowie hinsichtlich des Brennholzes, des Waschens und Brotbackens und der Krankheitspflege zu dessen Ableben nicht die mindeste Änderung eintreten.
4. Da nun der Gutsübernehmer alle vorerwähnten Amtsbedingungen getreulich zu erfüllen verspricht, somit beide kontrahierenden Teile mit diesem Vertrage vollkommen zufrieden sind, so bitten sie um die obrigkeitliche Ratifikation und grundbücherliche Vormerkung desselben.

Zu mehrer Bekräftigung alles dessen nachstehende Unterschrift.
So geschehen in der Ortschaft Fleckendorf dto. 9. April 1831

Franz Thuml +++ Joseph Thuml
+++ Maria Thuml
Georg Sallmann als Namensunterschreiber
der obigen und als Zeuge.
(Gewährbuch-Dechantei Linz 1794-1833 im Landesarchiv, Gr.B.Linz,Hs 133,ol.216 ff)

Joseph Thuml starb am 27. Juni 1835 als Auszügler an Wassersucht.  (Totenbuch IV,S.255)
Maria Thuml starb am 12. Februar 1858. (Totenbuch V, S 31)

Der Besitzer Franz Thuml blieb bis 1854 ledig. Am 28. Februar 1854 heiratete er 54jährig die verwitwete Besitzerin des Windsbergergutes Klara Wallner, die im Alter von 41 Jahren stand.

Die Lehner-Generation am Hubergut zu Höfen
Ein Martin Lehner heiratete am 25. September 1775 eine Gertraud Jändlin, die Witwe und Besitzerin der Stadlmayr Sölde in Audorf 15. Martin Lehner war ein Sohn des Stephan und der Maria Lehner, einstige Besitzer des Fuxhubergutes in Rapperswinkel. (Trauungsbuch F,S 53). Diesem Ehepaar war am 12. Oktober 1777 ein Sohn Martin getauft worden. (Taufbuch F,S 294)
Der letzgenannte Martin Lehner schloß am 7. Juli 1834 57jährig die Ehe mit Klara geb. Weinberger aus Haag in „Unterösterreich“. (Trauungsbuch IV,S.260).
Am 14. Jänner 1840 kaufte dieses Ehepaar das Windsbergergut in Fleckendorf. (Grundbuch der Herrschaft St.Florian)
Am 30. September 1844 wurde diesem Ehepaar ein Sohn Franz getauft. (Taufbuch V,S.337)
Am 19. Juli 1848 starb der Besitzer des Windsbergergutes Martin Lehner (Totenbuch IV,S.267). Die Witwe Klara schloß am 4. Februar 1849 die Ehe mit Franz Wallner. Am 18. August 1853 starb auch der zweite Mann der Klara Wallner.
(Totenbuch IV,S.274)
Ein zweitesmal Witwe geworden, schloß Klara nun 1854 die oben bereits angeführte Ehe mit Franz Thuml. Franz Thuml wurde Mitbesitzer am Windsbergergut. (Grundbuch der Herrschaft St. Florian, Windsbergergut) Das Hubergut zu Höfen und das Windsbergergut hatten damit ein und dieselben Besitzer.
Am 23. September 1859 starb Klara Duml vom Windsbergergut. (Totenbuch V,S 46)

Die Lehner am Hubergut zu Höfen
Mit Einantwortung vom 21. Dezember 1859 ist nun der oben genannte, kaum 15jährige Sohn aus der ersten Ehe der Klara, Franz Lehner, als Besitzer am Hubergut zu Höfen eingetragen. Franz Lehner hat am 26. Juni 1865 die Klara Langmayr geheiratet, eine Tochter des Matthias und der Maria Anna Langmayr, Besitzer des Haferwimmergutes zu Oberschöfring. (Bezirksgerichtliches Grundbuch und Trauungsbuch V, S.85)

Am 12. Oktober 1912 starb Klara Lehner. (Totenbuch VII, S 164)
Nach deren Tod erfolgte zunächst die Einantwortung ihres Anteiles am Besitz am 9. Mai 1913 an den Sohn Josef Lehner. Am 19. Mai 1913 wurde der Anteil des Franz Lehner an die Ehegattin des Josef Lehner, Katharina, übergeben.
(Bezirksgerichtliches Grundbuch)

Über den Brand am Hubergut zu Höfen nach der Feuerwehrchronik Freindorf
12.Juli 1927
Schwere, drei Stunden andauernde Gewitternacht. Brand durch Blitzschlag am Vordermayrberg. Jedoch musste durch anhaltende, ununterbrochene Blitzschläge noch  ¾ Stunden von einer Ausfahrt abgesehen werden. Bei noch strömendem Regen erfolgte die Ausfahrt über den Vordermayrberg zum Brandobjekt des Herrn Lehner (Huber zu Höf). Da auswärtige Wehren durch eigene Brände stark beansprucht waren, kamen wir immer noch als Retter an und waren die einzigen mit Motorspritze (Ansfelden hatte nur eine Handdruckspritze). Nach fast zweistündiger Arbeit, erschwert durch Wassermangel, wurde um ½ 3 Uhr morgens eingerückt. Somit hatten wir mit der neuen Spritze die Feuertaufe erhalten.