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Geschichte des Fürhappergutes in Fürhappen
Es gibt keinen ganz sicheren Beweis dafür, dass es sich bei dem Namen
Vurhobet um den Namen eines Besitzers vom Fürhappergut handelt.
Zieht man dafür die Urkunde aus der Zeit um 1200 etwas näher in Betracht,
in der dieser Otto von Vurhobet vorkommt, dann lässt sich feststellen,
dass es sich um Örtlichkeiten handelt, die, wenn nicht in Ansfelden, so
doch in der Umgebung von Ansfelden gelegen waren. So ist bei „Loch“, das
erwähnt wird, naheliegend an „Laah“ zu denken. Besonders nahe liegen aber
andere Zeugen, die in dieser Urkunde zusammen mit Vurhobet genannt werden,
wie z.B. Ulrich und Rudolf von Kremsdorf, die vermutlich im Bereich des
heutigen Berg ihre Burg hatten. Sehr nahe liegt auch der Zeuge dieser
Urkunde „Roetker von Lilinhovin“. Lilinghofen war das Amt, das durch
Jahrhunderte vom Niedereder in Fleckendorf verwaltet wurde. Schließlich
der letzte Zeuge dieser Urkunde „Walchun von Pfafinhovin“. Er könnte ein
Besitzer von Pfaffendorf im jetzigen Raum von Nöstlbach sein, das einst zu
Ansfelden gehörte und jetzt zur Pfarre St. Marien gehört.
Zieht man all diese Momente in Betracht, besteht jedenfalls die
Berechtigung, bei Otto von Vurhobet tatsächlich an einen Vorbesitzer des
Fürhappergutes zu denken.
Ebelsberger Urbar
Nach dem Ebelsberger Urbar 1526 war in jenem Jahr ein Hannß Hueber
Besitzer am Fürhappergut. (Linzer Regesten E4a,S246)
Die Kirche Ansfelden war einst Grundherr über verschiedene einzelne
Grundstücke. Über ein solches Grundstück, den sogenannten Froschacker,
verfügte ab dem Jahre 1563 Sebastian Fürhauptmair. Das ist im Verzeichnis
der grundherrlichen Kircheneinnahmen von Ansfelden aus dem Jahre 1556, das
dann jährlich weitergeführt wurde, festzustellen. Bis zum Jahre 1563 hatte
diesen Froschacker ein Veit Albauer inne. Daß es sich hier um das
Fürhappergut handelt, geht aus den späteren Aufzeichnungen hervor. Es ist
dann regelmäßig von Abgaben für ein Grundstück des Fürhappergutes an die
Kirche zu Ansfelden die Rede. Dieses Verzeichnis befindet sich im
Stiftsarchiv St. Florian.
Dem Sebastian Fürhaupter wurde am 29. Juli 1603 eine Strafe von 20 Dukaten
angedroht, wenn er innerhalb von 14 Tagen eine Forderung der Herrschaft Ebelsberg nicht erfülle. Es ist dabei von „Stiften“ die Rede. Es konnte
nicht geklärt werden, warum es sich um die Androhung einer Abstiftung
gehandelt hat. Es könnte sein, Sebastian war evangelisch und wollte nicht
katholisch werden, weshalb er die obige sehr hohe Strafezu gewärtigen
hatte. (E1)
Kurz nach 1606 muß dieser Sebastian Fürhaupter gestorben sein. Im nächsten
Verzeichnis derselben Kircheneinnahmen aus den Jahren 1606 und 1607
scheint zunächst noch der Sebastian auf. Er ist aber später
durchgestrichen. An seiner Stelle steht nun Martin Fürhaupter. Es besteht
kein Zweifel, dass es sich bei dem Martin um einen Sohn des Sebastian
handelt. Zu leisten hatte Martin Fürhaupter an die Kirche für das
Grundstück jährlich 36 Pfennig.
Martin und Anna
In den Matriken der Pfarre Ansfelden, die im Jahre 1629 begonnen wurden,
stammt eine erste Eintragung über das Fürhappergut aus dem Jahre 1632. Dem
„Martin Fürheiper zu Fürheipen und Anna seiner Hausfrau“ wurde am 1.April
1632 ein Sohn Georg getauft. Pate war „Leinhart Huber“ in Grabwinkel
(Tfb.
,A32)
Geldverleih
Sebastian und Katharina Fürhaupter leihen am 2. Mai 1611 dem Wirt in
Ansfelden Hans Plochner 100 Gulden und vereinbaren für den Gulden 12
Kreuzer jährliche Zinsen.
Sebastian und Katharina Fürhaupter leihen dem Sebastian Schmuck zu
Ansfelden und seiner Ehewirtin Barbara 100 Gulden.
Sebastian und Katharina Fürhaupter leihen am 15. Mai 1615 dem Hans Pirser
und seiner Ehefrau Barbara 100 Gulden.
Abgaben an Leonstein
Das Fürhappergut war bis zur „Bauernbefreiung“ der Herrschaft Leonstein
untertänig.
Aber weder im Urbar der Herrschaft Leonstein aus dem Jahre 1512 (HS.Nr.6)
noch im
Urbar 1527 (Hs.Nr.7) ,die im o.ö.Landesarchiv liegen, ist Ansfelden mit
dem Fürhappergut unter der Herrschaft Leonstein vermerkt. Selbst im Urbar
1591 ist davon nichts angeführt, obwohl Bereiche um St. Florian darin
enthalten sind. Erstmals findet sich die „Annsfelder Pfarr“ und damit das
„Fürhauptguett“ im Urbar der Herrschaft Leonstein aus dem Jahre 1629
(Hs.Nr.9). Im letztgenannten Urbar sind folgende Abgaben des
Fürhappergutes an die Herrschaft Leonstein verzeichnet:
Gulden Schillingpfennig Pfennig
8 Hennen - 6 12
4 Gänse 1 2 20
8 Käse (nicht bewertet)
140 Eier - 3 3
Weisbrot - - 16
1 Schwein 6 - -
Ordinari Steuer 2 - -
Getreidedienst:
30 Metzen Korn
30 Metzen Habern
Robotgeld.nichts
(o.ö.Landesarchiv, Herrschaftsarchiv Leonstein, Hs.9,S.67vf)
Am 4. Jänner 1667 starb die Witwe und Auszüglerin Anna Fürhaupter
(Totb.B/381).
Die Verlassenschaftsabhandlung fand am 12. September 1667 statt. Aus
dieser Abhandlung ist ersichtlich, wohin sich ein Teil ihrer Kinder
verheiratet hatte.
Der Sohn Matthias besaß das Fürhappergut,
die Tochter Susanne hatte Stephan Prameshuber vom Rotbauerngut geheiratet,
der Sohn Oswald hatte auf das Zeilingergut geheiratet,
die Tochter Ursula hatte Jakob Dornauer geheiratet, einen Schmiedsohn im
Himmelreich,
die Tochter Maria hatte einen Wirt zu Ansfelden geheiratet,
die Tochter Anna hatte den Georg Wimmer. Besitzer des Wimmergutes zu
Ansfelden, geheiratet,
die Söhne Veit und Georg waren noch ledig.
Als Erbschaft von der verstorbenen Mutter erhielt jedes der Kinder 8
Gulden 49 Kreuzer und
2 ½ Pfennige.
Die Erbschaft wurde aber nicht ausgezahlt, sondern durch Gerhabschaft (
Vormundschaft) verwaltet. Das ergab am 1.April 1672 eine sogenannte
Gerhabschafts-Rechnung. Daraus ist ersichtlich, dass Matthias, der
Besitzer des Fürhappergutes, die Beiträge noch seinen Geschwistern
schuldete. Er hatte dafür aber Zinsen zu bezahlen. Der Erbschaftsbetrag
für seine Geschwister von 61 Gulden 47 Kreuzer und 1 Pfennig erbrachte in
den 5 Jahren 15 Gulden und 15 Kreuzer Zinsen, die zum Gesamtbetrag
dazugerechnet wurden. Jedes der Geschwister hatte nun schon 10 Gulden 25
Kreuzer und 1 Pfennig zu beanspruchen.
Theresianische Fassion
In der Theresianischen Fassion der Herrschaft Leonstein, Amt Pichlern, die
um 1750 erstellt wurde, ist Stephan Pachl als Besitzer des Fürhauptgutes
eingetragen. Die Ausgaben dieser Fassion lauten:
Aussaat Frucht Ernte
In Metzen in Metzen
6 Weizen 31
8 Korn 45
8 Hafer 41
10 Wicken 50
Viehstand:
3 Pferde
5 Kühe
4 Schafe
6 Schweine
Josephinische Fassion
In der Josephinischen Fassion 1787 sind beim Fürhapper eingetragen:
34 Joch 663 Klafter Äcker und
10 Joch 58 Klafter Wiesen.
Über den Getreide-Ertrag finden sich dort die folgenden Aufzeichnungen:
Weizen gesät 34 Metzen
geerntet 244 Metzen
Korn gesät 33 Metzen
Geerntet 235 Metzen
Gerste gesät 3 Metzen
geerntet 26 Metzen
Linsgetreide (= Mischgetreide Gerste und Hafer)
gesät 32 Metzen
geerntet 253 Metzen
Hafer gesät 50 Metzen
geerntet 319 Metzen
(Landesarchiv, Joseph.Fassion T 11)
Franziszeische Fassion
In der Franziszeischen Fassion aus der Zeit um 1830 ist Sebastian Bachl
als Besitzer des „Vierhappengutes“ eingetragen. Ebenso als Besitzer vom „Lötscherberghäusl“.
Am 20. Mai 1930 kaufte Peter Habichler das Fürhappergut und war
Alleinbesitzer.
Am 17. Dezember 1932 kamen durch Tauschvertrag Josef und Josefa Lehner in
den Besitz des Fürhappergutes.
(Grundbuch Ansfelden EZ 105)
Josef Lehner war ein Sohn des Franz und der Anna Lehner, Bauersleute in
Gallspach. Josefa war eine geborene Lindinger, Bauersleute am Tomayrgut
Nr. 3, Pfarre Gallspach.
(Tfb.VI/194)
Am 24. Juli 1962 wurden Johann und Maria Anna Lehner Besitzer am
Fürhappergut. (Grundbuch Ansfelden EZ 105)
Die Eheschließung der beiden erfolgte am 29.Juli 1962 in Gmunden-Ort
(Vermerk im Trg-Regst.). |
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