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Langmayr vulgo Buchner (Burner)

 
 

    

         

 

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  Hausgeschichte des Erbhofes Burnergut in Fleckendorf

Der Name dieses Gutes wird heute zumeist mit „Burner“ angegeben. Dies stellt jedoch die Bezeichnung nach der örtlichen Aussprache dar. Der eigentliche Name ist Buchner, in den älteren Büchern zumeist „Purchner“ oder „Puchner“ geschrieben.
Der erste namentlich bekannte Besitzer ist ein Georg Puchner, also ein Georg, zu dessen Taufname einfach der Hausname gesetzt wurde, wie dies oft noch bis ins 18. Jahrhundert üblich war. Genannt ist dieser Georg in den Kirchenrechnungen Ansfelden der Jahre 1595 -1598, die im Stiftsarchiv St. Florian aufbewahrt sind. Darin heißt es, dass der ehemalige Besitzer des Puchnergutes Jörg oder Georg Puchner zusammen mit einem Christoph Huber die kirchliche Vermögensverwaltung als Zechpropst inne hatte. Damals war nicht der Pfarrer für die Finanzverwaltung der Pfarre zuständig. Es gab dafür die Zeche oder Zöch. Im kirchlichen, pfarrlichen Bereich handelt es sich um die Verwaltung des kirchlichen Vermögens, das sich in der „Zechlade“ befand. Dieses Vermögen kam aus den verschiedenen Einnahmen in der Kirche bei Sammlungen und im Opferstock oder auch aus Einnahmen von den Untertanen zustande.
Zu den Einnahmen von Untertanen kam es, weil die Pfarrkirche eine Grundherrschaft bildete und damit untertane Bauerngüter zu verwalten hatte. Eines davon war das einstige Albauerngut in Freindorf. Bei Verkäufen und Vererbungen war das sogenannte Stiftgeld an den Grundherrn, also an die Pfarrkirche zu bezahlen. So nahm der „Zöchpropst Jörg Puchner“ im Jahre 1595 vom damaligen Albauer zu Freindorf, das von einem neuen Besitzer übernommen wurde, als Stiftgeld 16 Gulden 30 Pfennig für die Kirchenkasse in Empfang.
Laut derselben Kirchenrechnung 1595 gab der Zöchpropst Jörg Puchner dem „Gsellpriester“
zum Kirchweihfest 32 Pfennig. Dem Mesner bezahlte er für das „Kerzenmachen“ 75 Pfennig und als Jahresbesoldung 1 Gulden 6 Pfennig.
Im „Ebelsberger Urbar 1670“, das im Stadtarchiv Linz liegt, sind ausführliche Angaben über die zur Herrschaft Ebelsberg grunduntertänigen Häuser aus dem Jahre 1670 enthalten.Über die „Puchner Hub zu Puch“ ist darin das Folgende zu lesen:
Georg Prandtstetter an der Puchner Hub zu Puch in der Pfarre Ansfelden und Landgericht Weißenberg, bei mittlerem Bau, 1 Stube, 2Kammern, 1 Küche, Roß-,Kuh-und Schweinestallungen und Stadel für Heu und Stroh, im Hausgarten 2 „Galtprun“ und Haarstube. Stube und Küche gemauert, das übrige gezimmert.
Gärten: 1 Hausgarten, 1 ½ Tagwerk mit Obstbäumen und 1 Tagwerk Acker, bebaut mit Zwiebel, Möhren, Hanf und dgl.
Holz: 6 Tagwerk an „Hennhardt“ genannt, Tannen, Eichen und Birkenholz. Nur zur Hausnotdurft.
Getreidefelder: Das größere Feld aus 2 Flecken, 10 Tagwerk.
Samen an schwerem Getreide 16 Metzen, leichtes Getreide 2 Metzen.
Fechsung in beiden Fällen 2 Mut ( 1 Mut=30 Metzen“)
Gar schlechte Äcker.
2. Feld 8 Tagwerk, pro Tagwerk 6/4 Metzen schweres und 2 ½ Metzen leichtes Getreide.
Fechsung von jedem Metzen 4 Metzen beider Getreide.
3.Feld in 2 Landln, 6 Tagwerk, Samen und Fechsung wie oben.
Der Zehent ist nach St.Florian zu reichen.
Wiesen: Die Nauswiesen am Wampach, 4 Fahrtl Heu und 3 Fahrtl Grummet, 4 Tagwerk.
1 Tagwerk Wiesen, die Prunwiesen genannt, je 1 Fahrtl.
Pferde: Mit 3 Pferden könnte er die Hube leicht bebauen, muß aber wegen der Robot um 1 mehr unterhalten.
Kühe, Galtvieh, Schafe und Schweine:
4 Kühe, 5 Galtrinder, 8 Schweine, 6 Schafe über Winter.

Geld- und Kucheldienst an das Schloß Ebelsberg:
An Geld 1 Gulden 2 Kreuzer
2 Gänse = 1 Gulden
8 Hennen, 1 zu 12 Kreuzer = 1 Gulden 36 Kreuzer
6 Käse, 1 zu 12 Kreuzer = 1 Gulden 12 Kreuzer
1 Schwein zu 3 Gulden
Satzgeld 3 Kreuzer
Zusammen 7 Gulden 52 Kreuzer

Getreidedienst: 1 M ut Hafer und für 10 Gulden Ablöse, eine Zeit her aber über Nachlaß eines Drittels nur 20 Metzen= 6 Gulden 40 Kreuzer.
Der Nachlaß ist eine unbeständige Sache, kann gemindert oder aufgehoben werden.

Landschaftsgefälle (= Steuern):
Landsteuer 3 Gulden 15 Kreuzer
Rüstgeld 9 Gulden
Kaufrecht ( = Wert des Gutes) im Jahre 1653,650 Gulden

Sophie Prandstetter und Martin Prameshuber
Die jüngste Tochter von Georg und Elisabeth Prandstetter Sophia heiratete am 8.Februar 1694 den Sohn vom Pirserhaus Martin Prameshuber.
Am 23.Februar 1697 erfolgte die Übergabe an das junge Ehepaar mit dem folgenden Kaufbrief 700 Gulden
Und Fahrnis dazu 500 Gulden
Leutkauf 12 Reichstaler
Georg Prandstetter und Elisabeth seine Ehewürthin bekennen und geben mit obrigkeitlichen Consens käuflich über ihr zu Erbrecht innhabendes Purchnergut zu Purch, massen solches ordentlich vermarcht und obrigkeitlich der Fürstlichen Herrschaft Ebelsberg unterworfen, auch alldahin jährlich mit 7 Gulden 52 Kreuzer Kuchldienst 3 Gulden 15 Kreuzer Landsteuer, 9 Gulden für ein ganzes Rüstgeld und 30 Metzen Haber der Castenmaß nach dienstbar ist, dem ehrbaren ihren Tochtersmann Martin Prambeshurber, Sophia dessen Ehewürthin und ihrer beeder Erben per 1200 Gulden.
Zeugen
Josef Caspar Heindl, Hof- und Martin Helfarth Anseldner Amtmann, Actum den 23.Februar 1697
Abfahrt 70 Gulden
Zurstand 70 Gulden
Kaufstaxe 18 Gulden
Schreiber 1 Gulden 30 Kreuzer
Briefgeld 2 Gulden 30 Kreuzer
Zusammen 162 Gulden

Ausnamb
Erstlich haben die Verkaufenden ihnen vorbehalten und ausgenomben die Stubenkammer in dem Puchnergut zur freien Wohnung auf ihr leibslebenlang, ein Kastl oder Pändl obenauf, worinnen sie ihr übriges Sächl verwahrt halten können, ein kleines Kellerl zur Unterbringung und Setzung der Mülch und anderes. Dann sollen ihnen die Käufer jährlich ohne einige Entschuldigung 1 Metzen Weizen, 5 Metzen Korn, 1 Metzen Habern, ein Acker, worauf sie Mehrrüben, doch mit der Verkaufenden eigenen Samb, anbauen können, eine Kuhr, und 3 Hennen sie,Käufer, in eigene Futterei herzuhalten, 1 Pfund Haar von der Prechtl, ein Schweindl mit 40 Pfund, und zum Fall ein Pressmost gemacht würdet, dann den 10 ten Eimer zu reichen und mit nötiger Behilzung zu versehen schuldig sein.
Und im Fall aus mehrbesagten Verkäufern ein oder der andre Teil abstürbe, den Überlebenden Teil von allen obbeschriebenen Ausnamb nur die Hälfte auf dessen leibslebenlang gereicht werden solle.
Am 31.Jänner 1700 starb die Auszüglerin Elisabeth Prandstetter, Ehewürthin des Georg Prandstetter, 69 Jahre alt.
Eine Verlassenschaftsabhandlung fand am 1.März 1700 statt. Wie aus diesen und späteren Aufzeichnungen hervorgeht, hat das Auszüglerpaar im Dürnhof gewohnt und dort auch noch eine kleine Wirtschaft betrieben.
Wie das „Fahrnis“-Verzeichnis ausweist,besaßen sie 1 Kuh im Werte von 12 Gulden und 2 „schlechte Schafe“ im Werte von 1 Gulden 30 Kreuzer. Des weiteren sind aufgezeichnet und bewertet 2 Pölster, 2 Truhen,Spinnzeug, 1 zinnerne Flasche, 2 Halb und 1 Seitlkandl, 3 steinerne Halbkrüge, 1 älteres Wasserkandl und 3 hilzerne Lagl,ferner 1 Kasten, 1Pfeffermühle, 9 ½ Kandl Schmalz, Fleischvorrat im Wert von 2 Gulden, Kupfer-und Kuchlgschirr, 3 Eimer „Pressmost“, der Verstorbenen „Leibtruhen samt Lein-und Leibgwand“, 2 Metzen Mehl und ¾ Metzen Weizen, und schließlich 11 Säcke. Das alles zusammen wurde mit 56 Gulden 2 Kreuzer und 2 Pfennige bewertet.
An Bargeld waren 55 Gulden und 45 Kreuzer vorhanden.
Das Ehepaar hatte ganz beträchtliche Beträge verliehen. Der Gesamtbetrag der hereinzuholenden Beträge machte 3 357 Gulden aus.
Das Gesamtvermögen betrug daher 3 468 Gulden 47 Kreuzer 2 Pfennig.
Davon gehörte dem Witwer die Hälfte. Die andere Hälfte wurde auf die 8 Kinder verteilt. Zuvor aber musste an die Herrschaft Ebelsberg das sogenannte Freigeld abgezogen werden. Dies waren 173 Gulden 26 Kreuzer und 2 Pfennige. An Schätz- und Teilgeld wurden 52 Gulden abgezogen. Abgerechnet wurden auch noch 25 Gulden Begräbnisunkosten und einige Gulden für den Schreiber und den Amtmann.
Sehr ins Auge fallen hier besonders die Ausgaben für die „Schätz- und Abhandlungszöhrung“
mit 52 Gulden. Es ist schier unvorstellbar, was bei diesen Abhandlungen verzehrt und vertrunken wurde. 52 Gulden wären nach der obigen Angabe, dass eine- wenn auch vielleicht schlechte- Kuh 12 Gulden gekostet hatte, Gastmähler im Wert von etwa 4 Kühen.
Der Witwer entschloß sich auch das Überländ, den Dürnhof und einen ledigen Acker, den er noch bearbeitet hatte, an seine Tochter Sophia und deren Ehewirth Martin Prameshuber am Puchnergut käuflich zu übergeben. Nur behielt er sich noch ein halbes Jahr die Nutznießung von dem am Acker angebauten Korn vor.
Als Ausnahme wurde festgelegt:
„Erstlich zur freien Wohnung die Stubenkammer in dem Puchnergute, ein Kästl obenauf, worin er sein Sachl verwahrt halten konnte, ein kleines Kellerl, jährlich ein kleines Schwein, ½ Metzen Weizen, 4 Metzen Korn, 1 Metzen Hafer, 2 Metzen Äpfel, 1 ½ Eimer Most, wanns Obst geraten ist, 4 Kandl Schmalz,allwöchentlich 2 Eier, ¼ Dörrswespen.“
Am 2.Juni 1708 starb.ca. 77 Jahre alt, der Witwer und Auszügler Georg Prandstetter am Puchnergut.

In der sogenannten
Theresianischen Fassion
Aus dem Jahre 1750 ist folgendes über das Buchnergut festgehalten:
Viehbestand: 4 Pferde
4 Kühe
8 Schafe und
5 Schweine
Das Gut ist mit 725 Gulden bewertet. Der Zehent war nach Aussage dieser Fassion an den Zehetner zu Berg zu leisten.
Angeführt ist auch die Fürhaupter- oder Schmiedsölde, die zum Buchner gehörte. In diesem Haus sind noch zusätzlich 4 Kühe angeführt. Der Zehent dieser Sölde war an den Pfarrhof Ansfelden abzuführen. Außerdem ist in dieser Zeit auch der Dürnhof als zum Buchner gehörig ausgewiesen.

In die Zeit des Besitzerehepaares Stephan und Klara Mayr um 1787 fällt die Aufnahme der
Josephinischen Fassion
Um die Grundlagen für die Abgabenbemessung genauer zu ermitteln, ließ Kaiser Josef II. eine sehr in die Einzelheiten gehende Erhebung und Bewertung der herrschaftlichen und bäuerlichen Güter durchführen.
Im Zuge dieser Erhebungen zur „Josephinischen Fassion“ wurden aber besonders bei jedem einzelnen Gut die Aussaat -und Erntemenge der Getreidesorten aufgezeichnet.
Bei Buchner:
Saat Ernte Vielfaches
Weizen 47,00 355,00 7,55
Korn 21,00 153 7,29
Hafer 32,00 187,00 5,84

Eine Begebenheit, die das Buchnergut betraf, aber wohl weit darüber hinaus Aufsehen erregte, war besonders tragischer Natur. Am 24.Oktober 1818 hat sich die Mitbesitzerin am Puchnergut, Klara Mayr, Gattin des Stephan Mayr aus Schwermut und Wahnsinn im Alter von 69 ½ Jahren erhängt. (Totenbuch II S 84)

In die Zeit von Ignaz und Gertraud Mayr am Buchnergute fällt die Aufnahme der sogenannten
Franziszeischen Fassion
Darüber ist über den ganzen Bereich Fleckendorf die folgende Aufzeichnung vorhanden:
„Das Katastral Schätzungs-Elaborat der Steuergemeinde Fleckendorf“ (= Ortschaften Fleckendorf und Grabwinkl)
aus der Zeit um 1830 hat folgenden Wortlaut:
Topographie:
Die Gemeinde Fleckendorf liegt im nördlichen Teile des Traunkreises von Ebelsberg 1 ¾ Meilen südlich, dann 1 ¼ Meile von Florian westlich, entfernt. Ihre Lage gehört zu dem mäßig erhöhten Hügelland dieses Kreises und besteht vorzüglich in den nordwestlichen und südöstlichen sanften Abhängen zweier Bergrücken mit der inzwischen sich durchziehenden Vertiefung.
Das Klima ist hier mild und der Vegetation zuträglich.
Das ganze Gemeindegebiet hat einen Flächenraum von 1021 Joch 891,7 Quadratklafter.
Die Ortschaft Fleckendorf mit 30 Häusern umfasst den nördlichen Gemeindeteil, sie besteht in zerstreuten Wirtschaftshöfen, deren Kulturen einzeln unter sich arrondiert vorkommen. In gleicher Lage befindet sich der den südwestlichen Teil begreifende Ort Grabwinkl mit 18 Häusern. Die größte Entfernung der Gründe von den Gebäuden beträgt daher nicht über eine Viertelstunde.
Im Allgemeinen befinden sich zunächst den Häusern die Gärten, das Ackerland auf den Anhöhen und deren Abhängen, die Wiesen kommen geschlossen in der Vertiefung, die Wälder auf den Anhöhen die Gründe umfassend, die Hutweiden und Wiesen mit Obstbäumen aber zwischen den übrigen Kulturen zerstreut als Rain und Gstetten vor.
Bezirks –Orts -Obrigkeit ist die Herrschaft Ebelsberg
Landgericht: Die Herrschaft St.Florian
Pfarrkirche und Schule: jene zu Ansfelden
Bevölkerung:
Nach der Conscriptions- Orts- Summarien vom Jahre 1834 befinden sich in der Gemeinde (Fleckendorf= das heutige Fleckendorf und Grabwinkl)
189 männliche
197 weibliche
zusammen 386 Seelen
Diese wohnen in 48 Häusern und bilden 82 Wohnparteien.
Hievon beschäftigen sich
Mit Landwirtschaft 31
Mit Gewerbe 7
Verrichtungen gegen Taglohn 44

Die gewöhnliche Nahrung besteht hier
Früh: In Milchspeisen und Korn- und Gerstenbrot
Mittag: Wechselweise in Mehl- und Fleischspeisen, hiezu Kartoffel, Sauerkraut und Rüben
Abends: Mehl- und Milchspeisen
Außer diesen findet täglich einmal, bei Erntearbeiten im Sommer aber zweimal eine Jause statt, die in Kornbrot und Most besteht.
Bei den größeren Besitzungen werden 8 männliche und 6 weibliche Dienstboten gehalten.
Viehstand: Nach der Katastralaufnahme vom Jahre 1831:
Pferde 63
Ochsen keine
Kühe 154
Jungvieh 51
Ziegenvieh 2
Schafe 196
Borstenvieh 136
Die Pferde sind von kräftigem Obersteirer, Kärtner und teils Pinzgauer Schlag und werden vor dem 2.Altersjahr aus dortigen Gegenden bezogen.
Die Rinder sind von minder kräftigem Landschlage mit verschiedenen Farben, diese werden bei Hause nachgezogen.
Die Schafe gehören zur gemeinen Rasse. Die Schweine hingegen zur hohen und gestreckten Landgattung. Beide werden in eigener Nachzucht fortgepflanzt.
Die Pferde werden mit Hafer, Häckerling von Klee und Weizenstroh, dann Heu als Rauhfutter genährt und bloß im ländlichen Bereich abgenützt.
Die Kühe und das Jungvieh werden das ganze Jahr im Stalle, und zwar im Sommer mit grünem Klee oder Gras, im Winter aber durch Häckerling von Klee- und Wiesen-Grumet, mit Sommerstroh, vermengt, gefüttert. Die Kühe werden bloß des Milchnutzens wegen gehalten, jedoch wenig von diesen Erzeugnissen verkauft, sondern das meiste bei Hause für eigene Konsumation verwendet. Die älteren oder sonst unträchtigen Kühe werden gemästet, dann für eigenen Bedarf geschlachtet, oder zur Schlachtbank verkauft. Die Kälber werden zum Teil für die Nachzucht gespennt, die meisten jedoch an Schlachter abgesetzt.
Die Schweine werden durch grüne Kleehäcksel, Kartoffel sowie mit den geringeren Körner- und Mehlgattungen genährt, in verschiedenem Alter gemästet, und für eigene Konsumation geschlachtet, die Jungen aber für die Nachzucht gespennt.
Bei den größeren Wirtschaften besteht der gewöhnliche Viehstand
In 6 Pferden
„ 16 Kühen
„ 8 Stück Jungvieh
„ 20 Schafen
„ 18 Schweinen
Im südlichen Teil bei dem Orte Grabwinkl sammelt sich aus mehreren Quellen der kleine Wambach und durchzieht in nördlicher Richtung die Gemeinde ohne Nutzen oder Schaden zu veranlassen.
Eine Verbindungsstraße, welche von Ansfelden nach St. Florian führt, kommt vom Westen aus der Gemeinde Ansfelden und zieht sich in südlicher Richtung in die Gemeinde Mickstetten. Sie wird durch die Gemeinde (Fleckendorf) gemeinschaftlich erhalten, ist aber
schlecht fahrbar: Von dieser Straße verzweigt sich eine andere Kommunikations-Straße vom Maier in der Than nördlich zur Gemeinde Ansfelden und so fort nach Ebelsberg. Auch diese wird von der Gemeinde (Fleckendorf) hergehalten und ist ziemlich gut fahrbar. Außer diesen ist die Verbindung der hiesigen Wirtschaftshöfe unter sich und mit jenen der Nachbarsgemeinden durch sogenannte Gerechtswege hergestellt, deren Erhaltung den Anrainern obliegt. Diese sind durchaus schlecht zu befahren.
Marktplatz:
Der auf die Gemeinde (Fleckendorf) vorzüglich Einfluß habende Marktplatz, wonach sich die Preise regulieren, ist die Stadt Wels, wo alle Samstage Wochenmarkt abgehalten wird. Der Weg dahin ist gut und beträgt 3 ½ Meilen.

Grunderzeugnisse:
Auf dem Ackerland:
Weizen, Korn, Gerste ,Hafer, Linsgetreid,
Klee, Kraut, Erdäpfel, Hanf, Flachs
Stoppelrüben
Auf den Wiesen:
Gemischtes sowie auch saures Heu und Grumet
In den (Obst)-Gärten:
Birnen, Äpfel, Zwetschken ,Kirschen von minderem Belange, Küchengewächse und süßes Futter
Auf Hutweiden:
Süße Gräser
In der Hochwaldung:
Weiches Holz von Fichten und Föhren
In der Niederwaldung:
Gemischte Holzgattungen von Eichen, Erlen, Eschen, Birken, Ruster, Buchen, Pappeln und Aspen
Auf Wiesen mit Obstbäumen:
Birnen, Äpfel, Zwetschken, Kirschen und Nüsse.
Kultur des Bodens:
Der Ackerbau ist hier der vorzüglichste Kulturzweig, daher auch alle mögliche Düngung hierauf verwendet wird. Sogar die Jauche wird sorgfältig in eigenen Behältnissen gesammelt und damit im Herbst und Winter der Weizen, im April und Mai aber Gerste und Erdäpfel begossen.
Die vielen in den Äckern vorhandenen Brunnadern (allenthalben Nassgallen genannt) werden unterirdisch durch Kanäle, mit Steinen erbaut, abgeleitet und hiedurch der Aussäuerung von Saaten Einhalt getan. Übrigens wird auch das Ackerland durch zweckmäßiges Pflügen und Eggen für jede Aussaat gut zugerichtet.
Auf den Wiesen wird nichts verwendet, als dass sie alle Frühjahr von Unflat gereiniget werden, welche sich bei der Heuernte dem Futter mitteilen würde.
Die Obstkultur:
Die Obstkultur steht in allen Teilen, wo Boden und Lage sich eignen, auf hoher Stufe. Zwar rückt die Veredelung des Obstes auf geschmackvollere Sorten nur langsam vor, dagegen zeichnen sich die meisten Besitzungen mit schönen Obstanlagen für die Mosterzeugung aus, und nicht nur die Hausgärten, sondern ein bedeutender Teil der Feldraine sind mit kraftvollen Obstbäumen besetzt.
Hutweiden und Wälder sind ganz der Natur überlassen.
Häuser:
Die hiesigen Wirtschaftshöfe sind für deren Betrieb gut und zweckmäßig gebaut, Wohngebäude und Ställe sind von Steinen und Ziegeln, Scheunen und Schupfen aber von Holz aufgeführt, und mit Stroh gedeckt. Das Ganze bildet ein geschlossenes Quadrat, mit einem Hofraum, wo sich die Dungstatt befindet.
Gewerbe:
Hier befindet sich ein Leinöl- und Gypsstampf, wo wechselweise durch 1 Arbeiter jährlich 10 Zentner Leinöl erzeugt und 300 Zentner Gyps gestossen werden, welcher in Gmunden angekauft und an die hiesigen Grundbesitzer abgesetzt wird.
Ferner
1 Faßbinder 1 Hufschmied
2 Schuster 1 Schneider
1 Wagner 1 Weber

Die Obstbäume in der Gemeinde Fleckendorf im Jahre 1824:

Nach den Aufzeichnungen in Franziszeischen Fassion gab es im Jahre 1824 in der ganzen Katastralgemeinde Fleckendorf (Fleckendorf und Grabwinkel) die folgenden Obstbäume:
Tragbare Apfelbäume 1461
Tragbare Birnbäume 2138
Tragbare Nussbäume 11
Tragbare Kirschbäume 90
Tragbare Zwetschkenbäume 1836

Tod des Besitzers Franz Plaß beim Brand des Hauses:
Am Freitag, dem 29. August 1902, ca. ½ 10 Uhr abends entstand im Burnerhause in Fleckendorf 10 ein Brand, von ruchloser Hand gelegt. Der Besitzer des Anwesens wollte ein Pferd retten, zog sich aber derartige Brandwunden zu, dass er noch bis zum nahen Niederedergute gehen konnte, wo er Samstag 4 Uhr früh versehen wurde und schon gegen 10 Uhr vormittags seinen Schmerzen erlag. Er war ein gerechter Mann, seit 1900 Mitglied des Gemeindeausschusses und des Armenrates. Er stand im 43 Lebensjahr. Wohl hat man später einen Wilddieb verhaftet, einen gewissen übel beleumundeten Mühlberger, bei dem Vorrichtungen, die zum Brandlegen geeignet sind, wie Feuerschwamm und Schwefelhölzer zusammengebunden vorfand. Man schenkte aber seinen Angaben, diese Sachen gehören zum „Fasanherabschwefeln“ an maßgebender Stelle Gehör, ohne eine Probe erstellen zu lassen. Männer vom Fach finden eine solche Leichtgläubigkeit unbegreiflich. Wenn der Mann seine Wilddiebstrafe abgesessen hat, „dann kanns wieder angehen mit dem „Brennen“. (Aus der Pfarrchronik).
Maria Plaß und Florian Langmayr heiraten
Florian Langmayr, Sohn des Leopold und der Anna Langmayr, Besitzer des Eberlgutes in der Schwaigau 4, Pfarre Asten und Maria Plaß schlossen am 24. Juni 1919 die Ehe.
Am 13. Oktober 1931 kam der Sohn Franz Langmayr im Alter von 8 Jahren durch einen Unfall ums Leben. Als Todesursache ist angegeben „Schädelbasisbruch, Eindrücken des Brustkorbes“. Als Anmerkung ist beigefügt: “Wurde durch eigenes Verschulden von einem Auto herabgeschleudert und überfahren.“
Am 3. Juli 1933 starb der Besitzer des Buchnergutes Florian Langmayr im Alter von 43 Jahren plötzlich an Herzlähmung und Wassersucht.
Mit 12. Dezember 1933 übernahm die Witwe Maria das Gut in Alleinbesitz. Maria Langmayr starb jedoch schon am 12. März 1934 im Alter von 50 Jahren an einer Blutvergiftung in der Hand.
Die minderjährigen Besitzer Albert und Florian Langmayr
Es wurde der Besitz nun an die zwei minderjährigen Söhne Albert und Florian übertragen.
Besitzer Albert und Anna Langmayr
Am 25. Februar 1944 übernahmen nach einem Übereinkommenm Albert Langmayr und seine Braut Anna, geb.Huber, das Puchnergut in gemeinsamen Besitz. Am 21. März 1944 schlossen sie die Ehe.

Zeitungsnotiz aus 1946:Zündhölzer in Kinderhand
Am Ostersonntag Nachmittag entstand in den zum Teil aus Holz erbauten, an dem Vierkanthof angebauten Stadel des Bauernanwesens der Eheleute Langmayr, vulgo Burner in Fleckendorf ein Brand, der den Stadel bis auf das Mauerwerk einäscherte. Mit vernichtet wurden 10 000 kg Stroh, zwei Traktorpflüge, zwei Kartoffelroder, ein Elektromotor, vier Schlitten und drei Leiterwagen. Der Gesamtschaden beträgt ungefähr 29 000 Schilling. Am Brandplatz waren die Feuerwehren Ansfelden, Freindorf, Papierfabrik Nettingsdorf und St. Florian-Stift und „Markt“ tätig. Wie die sofort eingeleiteten Erhebungen der Gendarmerie Nettingsdorf ergaben, hatten die drei Kinder des Wirtschaftsverwalters Strasser mit gefundenen Zündhölzern gespielt und im Stadel Papier angezündet.

Erzählungen des Auszugsbauern Albert Langmayr
Mein Vater Florian Langmayr war ein guter Wirtschafter. Aber eine Gutsteher-Angelegenheit brachte ihn in Probleme. Florian Langmayr stellte sich als Gutsteher für einen Schulkollegen, den Autounternehmer Stieglmayr in Linz, Klammstraße zur Verfügung. Dieses Unternehmen ging jedoch durch Verschuldung in Brüche. Der Vater war damit über Nacht mit 30 000 Schilling verschuldet. Das war ein Wert von einem Bauerngut mit 30 Joch Grund. Er war jedoch lebensversichert mit 25 000 Goldschilling, das waren 32 000 normale Schilling. Er musste sich im Hals operieren lassen. Drei Monate nach dieser Operation starb der Vater im Jahre 1933. Vor dem Tod war die Primiz Schiefermayr. Er hatte noch daran teilgenommen. Aber schon die nächste Nacht starb er im Alter von 43 Jahren an Herzversagen.
Meine Großmutter,- ihr Mann war beim Brand des Hauses ums Leben gekommen- , starb 1932, übergeben hatte die Großmutter 1919. Sie war 17 Jahre Witwe. Sie hatte soviel Geld, dass sie das „Windschberger“ (Bauernhaus in Fleckendorf) hätte kaufen können.
Am 12. März 1934 starb die Mutter an Blutvergiftung, die sie sich beim Speckschneiden zugezogen hatte. Die darauf folgende Verlassenschafts-Abhandlung zeigte am Haus einen Schuldenstand von 45 000 Schilling. Der Schätzwert des Gutes war 56 000 Schilling. Der einstige Landtagsabgeordnete, damals noch Bürgermeister von Niederneukirchen, Albert Plaß, stammte von unserem Haus. Es handelte sich damals um drei Brüder. Einer war jener Albert Plaß, der zweite Sohn war Karl Plaß, der wurde Hochlehner in Moos (dessen Sohn verkaufte das Hochlehner), der dritte war Franz Plaß, der das Burner übernommen hatte.
Wir, mein Bruder Florian und ich, waren minderjährig und Besitznachfolger. Bürgermeister Albert Plaß setzte sich daher massiv für uns ein, sowohl als Verhandler und Berater als auch mit finanziellen Mitteln. Der Niedereder, Franz Zehetner (Nachbar des Burner), war mit Theresia Plaß, einer Burnertochter verehelicht. So hat sich dieser Niedereder als „Sequester“ (vorübergehender Verwalter) an der Bewirtschaftung unseres Hofes sehr beteiligt. Dieser war uns eine starke Stütze. Wenn der Niedereder in seinen Wald ging, der hinter unseren Gründen lag, ging er nie am Haus vorbei, sondern er ging immer bei der Haustüre herein, durch das Vorhaus und durch den Hof beim Tor hinaus und dann dem Walde zu. Das war aber auch schon in der Zeit, als Vater noch lebte.
Wie kamen wir also in dieser schweren Lager damals von den Schulden los?
Der Kruglsohn Franz Plaß hat die Tochter Theresia vom Burnergut geheiratet. Er hat das Kruglgut verkauft und sich in Ansfelden das Gschaidhäusl, heutiges Hager, und hinter dem Gstettner ein Joch Wiese, die zum Kruglgut gehört hatte, für sich behalten. Diese Bestände blieben bis zum Abtragen der Schulden nach dem Tod beider Elternteile im Jahre 1934 beim Burner.
Die Wiese hatte den Verkaufswert von 2 500 S, das Hagerhäusl 3000 S, die Lebensversicherung der Mutter erbrachte 5 000 S und die Lebensversicherung des Vaters 6000 S.
Da die letzte Rate nicht bezahlt war, war der Betrag nur 6 000 S. Der Vater war aber erst
¾ Jahr bei der Lebensversicherung . Er kam aber nicht mehr dazu die dritte Rate einzuzahlen. Wäre diese noch bezahlt worden, hätte der Versicherungsbetrag 32 000 S betragen. Dies hätte damals zur vollständigen Schuldentilgung gereicht.
Vater hätte das Geld zur letzten Ratenzahlung aus dem folgenden Vorfall besessen. Beim Derflbauern-Schmied (Gutsnachbarn) lehnte eine unserer Wagenstangen. In diese schlug der Blitz und in der Folge in die elektrische Leitung. Durch die Leitung setzte sich der Blitz bis zu uns fort. Dadurch kam es im Stall bei uns zu einem Kurzschluß, durch den 3 Kühe umkamen.
Die Kühe wurden notgeschlachtet. Aus dem Verkauf des Fleisches kam ein Betrag von 500 – 600 S zusammen. So hätte der Vater die dritte Rate bezahlen können.
Durch diese ganzen Zahlungseingänge waren wir in der Lage die oben angeführten Schulden bis auf einen Rest von  30.000 S zurückzuzahlen. Diese 30 000 Schilling waren nach der Vereinigung Österreichs mit Deutschland im Jahre 1938 20 000 Mark wert. Wir mussten der Deutschen Reichspost für den Bau eines Senders 32 000 qm Grund verkaufen.. Der Ertrag war 15 000 Mark. Damit waren die Schulden nun fast gedeckt.
Das Geld, das meine Frau als Heiratsgut von der Scharmühle bekam, wurde 1947 meinem Bruder Florian als Erbgut abgetreten.
Nach dem Tod meiner Eltern hat uns damals die Frau Mitterndorfer gekocht. Sie war die Tochter des Niedereder.
Die übrigen Dienstboten waren damals:
Ein Rossknecht,
ein Prüglknecht,
ein Stallbub,
der Hausknecht,
ein Mitarbeiter
und eine Melkerin
Mein Bruder Florian kam an das Elternhaus meines Vaters zum Eberl in der Schwaigau Gemeinde Ebelsberg,das war 1935-37. Mein Bruder war damals 15 und ich 17 Jahre alt. So wurden wir getrennt.Sonst hätte es leicht Streit gegeben.Vor dem 2.Weltkrieg kam Florian wieder heim. Ich musste 1939 einrücken. Da war mein Bruder dann im Haus.
Zur Getreide-Wirtschaft:
Es gab damals die Sechsfelderwirtshaft mit der Reihenfolge:
Klee, dann
Weizen,
Korn,
wieder Weizen,
dann Gerste,
Hafer.
In Hafer und Gerste wurde zugleich Klee mitgebaut. Bei der Gerste konnte sich der Klee viel schöner entwickeln, weil die Gerste früher geerntet wurde.
Das Getreide wurde an die Scharmühle geliefert. Das „afterne“ (minderwertige ) Getreide wurde den Schweinen verfüttert.
Die Zuckerrübe wurde ab dem Jahre 1929 bei uns angebaut. Es waren damals 2 Hektar. Die Zuckerrübenarbeit wurde vom eigenen Personal durchgeführt.
Der Viehstand in dieser Zeit:
4 Pferde
etwa 14 Kühe
3-4 Stück Jungvieh
1 Stier
an die 20 Schweine
Die Schweine wurden selber gezüchtet, zum Teil als Ferkel oder die Schweine an den Fleischhauer verkauft.
Im Jahre 1923 wurde bei uns der Strom eingeführt von Stern und Hafferl. Vater war Obmann der Elektro-Genossenschaft.
Futterschneiden. Mit dem Elektromotor wurde Futter geschnitten. Das war bis 1939, bis keine Leute mehr dazu da waren (2. Weltkrieg). Dann wurde begonnen das ungeschnittene Heu zu verfüttern bis zur Aufgabe der Viehwirtschaft.
Wenn es möglich war, dass vom Milchgeld das Personal, das Licht und die Krankenkasse bezahlt werden konnte, war der wirtschaftliche Stand eines solchen Bauerngutes als sehr gut zu betrachten.
Die Technik schritt voran und war für mich ein besonderes Lieblingsgebiet. Etwa 1932 besaßen wir zusammen mit Albert Plaß und Franz Zehetner einen Traktor (Fordson), der mit Petroleum betrieben wurde und Eisenräder besaß. Denselben Traktor besaßen damals nur noch der Plaß und der Freidhofer in der Gemeinde Ansfelden. Im Laufe der 49 Jahre meines Bauernseins hatte ich 15 Traktoren. Davon waren mindestens 12 fabriksneue Traktoren.
Früher gab es eine Genossenschaft von 10 bis 15 Bauern, die gemeinsam eine Dreschmaschine von Epple- Buxbaum besaßen. Beim Dreschen waren an die 15 Leute beschäftigt. Bei größeren Bauern wurde zumeist zweimal gedroschen, einen ersten Drusch gab es, damit zunächst einmal jeder zu seinem Samengetreide kam. Ein Teil des Dreschmaschinen-Personals ging ständig mit der Dreschmaschine mit, das andere Personal wurde von freien Arbeitskräften, die es reichlich gab, gestellt.
In den Jahren 1939 oder 1940 kam der erste Bindemäher in unser Haus. Bis dorthin wurde das Getreide mit der Sense gemäht. Der Bindemäher kostete damals 900 Mark. Bis zum Jahre 1952 war dieser im Einsatz.
Dann kam es zum Ankauf eines „Anhängedreschers“ zusammen mit dem Niedereder. Dieser kostete 70 000 S. Der war nur ein Jahr im Einsatz, dann wurde er an die Nettingsdorfer Papierfabrik verkauft. Wir kauften einen modernen luftbereiften Bindemäher um 30 000 S. Diesen hatten wir 2 Jahre. Dann kauften wir einen gezogenen Drescher für uns allein, der bis 1963 im Einsatz war. Anschließend daran kauften wir mit dem Scharmüller einen selbstfahrenden Drescher.
Ab dem Jahre 1958 gab es nur mehr die Traktoren und keine Pferde mehr.
Im Jahre 1963 wurde der übrige Viehstand aufgelöst. Verblieben sind bis 1970 noch eine Milchkuh und fünf Stiere zur Mast.
Zur Zuckerrüben-Ernte hatten wir 1964 einen gezogenen einreihigen Rübenvollernter (Marke Schmotzer).
Durch die Maschineneinstellungen wurden die Dienstboten allmählich weniger.
Wenn von den Dienstboten die Rede ist, erinnere ich mich an den Kirchenweg von damals, das war eine Schar von Leuten, die von uns und den Nachbarn über das Schönaigner nach Ansfelden gingen.

Zur Kriegszeit:
1939 wurde ich nach Enns in die Kaserne eingezogen. Im Februar 1940 kam ich nach Trier. Beim Franzosenfeldzug war ich Meldefahrer. Ende 1940 konnte ich wieder abrüsten, weil mein Bruder zu den Panzergrenadieren eingezogen wurde. Ich war ungefähr 2 Jahre daheim. Im Hause waren 25 französische Kriegsgefangene, die bei den Bauern der Umgebung arbeiten mussten. Über diese Gefangenen hatte ich während der Nacht die Aufsicht. 1943 wurde ich zur SS nach München eingezogen. Da immer noch die Kriegsgefangenen da waren, und kein Mann im Haus war, wurde ein Kriegsgefangenenaufseher zu uns beordert. Dann wurde noch ein Verwalter namens Strasser ins Haus gesetzt. Dessen Kinder haben mit der Kerze Ostereier gesucht und dabei das Haus angezündet. Die Kinder waren im Alter von 4 - 5 Jahren. Mein Bruder Florian war daheim, ging jedoch zu seiner Braut zum „Herzog zu Laah“. Als er erfuhr, dass es daheim brenne, ging er heim. Es verdächtigte ihn die Gendarmerie, er habe eine Kerze angezündet und sei fortgegangen. Aber durch die Befragung der Kinder kam der wahre Sachverhalt heraus.
Meine Entlassung:
Ich war einen Tag vor Kriegsende bereits daheim. Das war möglich, weil ich als Fourier viel zur Besorgung von Lebensmitteln unterwegs war. Eine Woche war ich daheim, da wurden die „SS-ler“ zusammengeholt. Auch ich war dabei. Gemeinsam mit Herrn Brutti aus Ansfelden wurden wir in die Fabrikskaserne in Linz gebracht und landeten schließlich im Lager Wegscheid. Dort gab es eine Entlassungsbaracke. Durch eigenes Geschick und durch den Kontakt mit den Offizieren wurde ich entlassen.

Im Jahre 1963 begannen wir in der Landwirtschaft mit der Bodenhaltung der Legehennen mit 500 Hennen in 2 Ställen. Die Bodenhaltung erwies sich jedoch als überholt, die Krankheitserreger nahmen derart überhand, sodaß wir auf Legebatterien umstellen mussten.

Albert und Anna Langmayr besaßen keine Kinder. So kam es zur Annahme eines Sohnes vom Bruder Florian Langmayr vom Herzoggut in Laah, dem Franz. Dieser kam im Alter von elf Monaten im Jahre 1953 zum Onkel und zur Tante Albert und Anna Langmayr. Im Jahre 1964 wurde die Adoption durchgeführt.

Die Besitzer Franz und Pauline Langmayr
Über die Folgezeit erzählt der Besitzer Franz Langmayr:
Am 25. September 1975 schloß ich mit Pauline geb. Lehner vom Bäckermüller,
Obergallspach 1, Prambachkirchen, in der Pfarrkirche Ansfelden die Ehe.
Mit den Taufnamen unserer Kinder, Adalbert, Florian und Franz, sind diese Taufnamen bereits in der dritten Langmayr-Generation vorhanden.
Am 1. September 1983 übernahmen meine Frau und ich das „Burnergut“. Meine Eltern, Albert und Anna Langmayr, gingen bereits ein Jahr vor der Übergabe in ihre Auszugswohnung, die im Haus ausgebaut worden war.
Wir spezialisierten uns in der Landwirtschaft auf die Sonderkultur Erdbeeren und bauten unsere Direktvermarktung, die der Vater bereits 1972 eingeführt hatte, noch weiter aus.
Durch die Kostenexplosion ist es nicht mehr möglich, dass jeder bäuerliche Betrieb seine eigenen, immer größer werdenden Maschinen besitzt. Im Jahre 1991 gelang es uns, 49 Bauern in einer Gemeinschaft zusammenzuschließen und eine große sechsreihige, selbstfahrende Rübenrodemaschine anzuschaffen. Ich wurde von der Gemeinschaft zum Obmann bestellt.
Im Sinne des Umweltdenkens stellten wir unsere Kulturen um. Der Roggen wirkt sehr bodenverbessernd, daher planten wir Roggen in die Fruchtfolge ein.
Fruchtfolge:
Als Beispiel sei das Jahr 1988 angeführt:
Schlag 1: Zuckerrüben
Schlag 2: Weizen
Schlag 3: Wintergerste
Schlag 4: Raps und Pferdebohnen
Schlag 5: Weizen
Schlag 6: Roggen
Als Spezialkultur haben wir die Erdbeeren.
(Erläuterung zu Schlag: Die ganze Ackerfläche ist aufgeteilt auf 6 Teile. Ein Sechstel wird als Schlag bezeichnet.)
 
 

Im Jänner 1980 erschien im "Country Journal" (Vermont/USA) ein Artikel über den Hof der Fam. Langmayr.
Photographs by Yoichi R. Okamoto. Text by Paula Okamoto.

 
 

 

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