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Im Idealtyp ein einheitliches Gebäude

 
 

 

 
  Schloss und Mist  
  Nicht nur die Vierkanthöfe sind später entstanden, als man vielleicht meinen möchte. Auch die Bezeichnung dafür kam erst im ausgehenden 19. Jahrhundert auf.
Der Volkskundler und Hausforscher Anton Dachler verwendete noch den Begriff „Vierseithof“ in einer etwas spöttischen Charakterisierung: „In den reichen Gegenden Oberösterreichs, besonders zwischen Haag und Steyr, Enns und Linz, entstand durch Zusammenbauen der vier Bestandteile der protzige Vierseithof (neues oberösterreichisches Gehöft), welcher außen ein Schloss vorzutäuschen sucht, während im großen Hof ein riesiger Düngerhaufen den Neid der weniger begüterten Nachbarn erregt.“
 
     
  Geschlossen umgürtet  
  Alexander Peez dürfte der Erste gewesen sein, der die Bezeichnung „Vierkanter“ verwendete. Gustav Bancalari lieferte 1893 eine erste Definition.
Eine genauere wissenschaftliche Bestimmung gab im Jahr 1933 der Hausforscher Eduard Kriechbaum: „Vier Gebäude, die sich auch im Grundriss nicht mehr voneinander trennen lassen, im Idealtyp somit ein ganz einheitliches Gebäude, welches den Zweck verfolgt, einen großen Hofraum vollständig geschlossen zu umgürten und dabei außen wie innen mit einem Minimum von Mauern und Dachflächen das Auslangen zu finden.“
Eine ganz ähnliche und bis heute anerkannte Definition gab dann der bekannte Volkskundler Franz C. Lipp: „Ein ganz einheitliches Gebäude, das einen großen Hofraum umschließt, dabei außen wie innen mit einem Minimum von Mauern und Dachflächen auskommt und in der letzten Ausbaustufe vier Gebäude (Wohnhaus, Stall, Stadel, Schuppen) firstgleich zusammengeschlossen hat.“
 
     
  Quelle: O.Ö.Nachrichten vom 22. März 2008.