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Huber vulgo Windsberger

 
     
 

    

    

 
 

 

 
 

Hausgeschichte des Windsbergergutes in Fleckendorf

1378
Im Urbar de Stiftes St. Florian aus dem Jahre 1378 ist das Haus „Wildungsperg“ genannt. Als Abgaben an die Grundherrschaft St. Florian sind dort verzeichnet:
Steuern: 1/2 Talent
als Dienst 3 Solidi
ohne Bezeichnung 3 Denare
und zu Christi Geburt 15 Denare
Als jährlicher Küchendienst dieses Hauses ist dort verzeichnet:
im Herbst: 1 Gans und 2 Hennen
zu Ostern 60 Eier und 2 Käse
in der Fastenzeit 1 Henne
(Stiftsarchiv St. Florian Urbar CVIIa.)

1611
In der Kirchenstuhl-Liste Ansfelden aus dem Jahre 1611 heißt es: ”Bathasar Winschperger hat in 1611 für sein weib ain stuel gelest“. (Stiftsarchiv St. Florian, Akten Ansfelden)

1628
Eine bemerkenswerte Eintragung findet sich im Zehentverzeichnis des Pfarrhofes Ansfelden aus dem Jahre 1628. Darin ist die „WimbPerger Hueb“ geführt unter der Ortschaft „Holz“ zusammen mit den Häusern „Aigner“, Dürmayr, „Dörflbauer“ und „Öder“ (Stiftsarchiv St. Florian)

1678
Aus der Beichtordnung der Pfarre Ansfelden aus dem Jahre 1678 ist zu ersehen, wann die einzelnen Personen ihre Osterbeichte abzulegen hatten. Für das Windsbergerhaus galt die folgende Regelung:
„Am Montag nach dem Schwarzen Samstag (= Montag nach Passionssonntag): Winschberger undt Weib“;
„Karsamstag früh 7 Uhr Winschberger Khünder und Dienstboten“. (Stiftsarchiv St. Florian, Akten Ansfelden)

1742
Durch die im Jahre 1742 in Ansfelden herrschende Seuche wurden auch die Besitzer des Windsbergergutes hinweggerafft. Unter den 26 Seuchentoten des Monates März war Sophie Oberhuber, Besitzerin des Windsbergergutes. Sie starb am 1. März im Alter von 48 Jahren. Unter den 37 Seuchetoten des Monates April befand sich Stephan Oberhuber, Besitzer des Windsbergergutes, der am 19. April im Alter von 50 Jahren starb. (Totenbuch Ansfelden 1724-1775)

1750
In der Theresianischen Fassion (1750) ist Martin Oberhuber als Besitzer am Windsbergergut angegeben.
Weiters sind darin angeführt Aussaat und Ernte der Getreidesorten, der Viehstand und ein paar sonstige Angaben. Nach diesen Aufzeichnungen wurden
gesät 6 Metzen Weizen und 30 geerntet
gesät 7 Metzen Korn und 35 geerntet
gesät 7 Metzen Hafer und 35 Metzen geerntet
gesät 6 Metzen Wicken und 30 Metzen geerntet
gesät wurde 1 Pfund Haar und 6 Pfund geerntet
gesät 1,8 Pfund Hanf und 150 Pfund geerntet.

Es ist aber erwiesen und durch die 35 Jahre später aufgenommene Josephinische Fassion bestätigt, dass die Getreideangaben in der Theresianischen Fassion den Tatsachen kaum entsprochen haben. Zuungunsten der Grundherrschaften wurden zumeist die Angaben niedrig gehalten.
Der Viehstand betrug nach diesen Aufzeichnungen beim Windsberger:
3 Pferde
4 Kühe
7 Schafe
5 Schweine
(Landesarchiv, Ther.Fassion, Traunviertel, Hs.206, fol.12)

Grundbucheintragungen im alten Grundbuch der Grundherrschaft St. Florian über das Windsbergergut: Pfarre Ansfelden, Landgericht Stein

Windsberger:
Rectificationswert 1 754 800 Gulden
Joch 64/Joch Klafter
Acker 29 47 23
Wiesen und Gärten 8 8 28
Wald 4 58 4
Hutweiden - 18 6
Zusammen 43 1 11

Abgaben:
Gulden Kreuzer Pfennig
Landesfürstliche Steuern
Beständige: Rüstgeld 33
Extrabeitrag 2 34 3
Veränderliche Abgaben
Einfaches Weggeld - 45 -
Viehaufschlag - 50 -

An die Grundobrigkeit
Protokollgefälle werden nur allein von dem liegenden Vermögen bezogen.
Naturalzugrobot:
Ist schuldig jährlichen Zehent
Wein-, Stein- und Löstgüter zu führen
und weiters auch zum Teil alle fernere Robot mit geringem Zug zu leisten.

Zehent:
Der ganze Zehent gehört dem Pfarrhof Ansfelden sowohl vom Getreide als vom Haar.

Küchendienst zum Stift St. Florian jährlich 3 Hennen,2 Hähne, 60 Eier und 2 Käs. Diese Naturalien werden aber derzeit in Geld abgelöst mit 1 Gulden 3 Kreuzer. (Grundbuch St. Florian, Hs.73,fol.340)

1919
Am 6. Februar 1919 überfiel eine Horde von Räubern das Windsberger- und das Wittichgut. Die Häuser wurden von Bewaffneten umstellt, etliche drangen ein und plünderten mit vorgehaltenem Revolver die Häuser. Beim Windsberger wurden alle Lebensmittel mitgenommen. Die Folge der Plünderung war die Verhängung des Standrechtes in der Stadt Linz und in den Bezirken Linz-Land und Urfahr. Auch in Ansfelden waren große Plakate mit der Ankündigung des Standrechtes zu sehen. (Pfarrchronik Ansfelden S 144)

1923
Einen Einblick in die Inflationszeit nach dem 1.Weltkrieg gewährt die Tatsache, dass auch die Häuser im Preise stiegen; so wurde 1916 das Windsbergergut um den damals schon außerordentlich hohen Preis von 160 000 Kronen verkauft. 1923 wurde dasselbe um 1000 Millionen angeboten. (Der erste Besitzer konnte von dem ganzen Erlöse später nicht einmal einen Totensarg für seine Gattin bezahlen, der 400 000 Kronen kostete. (Pfarrchronik Ansfelden S 146)

1927
Am 12. Februar 1927 kauften Ing. Ferdinand und Josefine Karl das Windsbergergut. (Grundbuch)

1928
Am 29. November 1928 um 3 Uhr nachmittags brannte das Windsbergergut ab, Der Hausstock, der kurz zuvor feuersicher gedeckt und durch eine Feuermauer geschützt wurde, blieb stehen. Brandursache war ein Kurzschluß in der elektrischen Leitung. (Pfarrchronik Ansfelden S. 155)

1936
Am 29. Februar 1936 wurden Johann Huber und Zäzilia Lehner durch Kauf Besitzer am Windsbergergut. (Grundbuch)
Johann Huber war ein Sohn des Josef und der Maria Huber vom Schmöllgut, Zäzilia eine Tochter des Josef und der Katharina Lehner vom Hubergut zu Höfen. Sie schlossen am 3. Mai 1938 im Dom zu Linz die Ehe. (Trg.Register)

1938
Johann Huber,Windsberger, wurde 1938 Vizebügermeister. Mit Bürgermeister Zabern und Ortsbauernführer Hoffmann nahm Johann Huber im Jahre 1938 trotz der Kirchenfeindlichkeit des herrschenden Regimes an der Fronleichnamsprozession teil. Dies trug dem Bürgermeister bei der NS-Parteiführung in Linz eine Rüge ein. (Pfarrchronik S 185)

1949
Anläßlich der Glockenbeschaffung für die Pfarrkirche Ansfelden im Jahre 1949 war der Besitzer des Windsbergergutes Johann Huber der „rührige Obmann“ des Glockenkomitees. (Pfarrchronik S 232)

1951
Am 23. September 1951 veranstaltete die Pfarre Ansfelden das Erntedankfest unter der Devise „Der Bauer und seine Arbeit einst und jetzt“. Im Festkomitee war Johann Huber „eifrig“ an der Spitze tätig. (Pfarrchronik S 234)

1963
Am 9. September 1963 starb der Besitzer des Windsbergergutes Johann Huber. (Anmerkg.Tfb.IX/19)

1971
Durch Einantwortung vom 16. April 1964 wurde Zäzilia Huber Alleinbesitzerin des Windsbergergutes. Durch Übergabe vom 22. Juni 1971 wurden Johann und Gudrun Huber Besitzer. (Grundbuch)