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Huber vulgo Ganglbauer (Grundner)

 
     
 

    

    

    

 
 

 

 
 

Hausgeschichte des Ganglbauer-/Grundnergutes in Berg

Das heute nur mehr als „Ganglbauer“ bezeichnete Gut trug durch die Jahrhunderte den Namen „Grundner“. Erst vom Jahre 1884 bis zum Jahre 1894 hieß ein Besitzer „Ganglbauer“. Seither trägt das Gut im Volksmund dessen Namen; im Grundbuch ist es nach wie vor als „Grundnergut“ eingetragen.
Der Name Grundner begegnet uns erstmals in den Ansfeldner Trauungs-Aufzeichnungen in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals wurde der Hausname vielfach bei Eintragungen in den Matrikenbüchern als Familienname benützt. So finden wir im ersten Trauungsbuch von Ansfelden vom 20. Mai 1641 die folgende Eintragung:
Wolf Schmidt, Schneider auf der Haid, Viduus, cum Susanna Grundtnerin. Trauzeugen: Michel Bersaider, Schulmeister allhier und Wolf Schober in Weißkirchner Pfarr und Thomas Auer zu Aumühl.
Der Name Grundner ist nur mehr in den Abhandlungsbüchern der Herrschaft Weißenberg, zu dem das Grundnergut gehörte, und unter dem Zehetnergut bei den Abhandlungen der Herrschaft Stift St. Florian zu finden.
Im Jahre 1693 starb der einstige Besitzer des Zehetner- und des Grundnergutes, die damals zusammengehörten, Hans Zehetner. Die Verlassenschaft des Grundnergutes wurde von der Schlossherrschaft Weißenberg durchgeführt, weil dieses Haus nicht wie das Zehetnergut unter dem Stift St. Florian, sondern unter der Grundherrschaft Schloß Weißenberg stand.

Hofamt
Inventur Schätz und Abhandlung

Auf zeitliches Absterben weiland Hansen Zehetners auf dem Zehenthof zu Perg bei St.Veit Florianischer Rucksasse gewesten Unterthans seel. Ist dessen sowie noch im Leben hinterbliebenen Hauswirtin Maria unter allhiesiger Herrschaft Weißenberg dato überländweis innengehabtes Grundnerhaus und übrige wirklich darin sich befundenen Getreid und Fahrnis sambt dem ledigen Grundstück auf hochgräfl. Gnädigen Herrschafts Verordnung durch den von obrigkeits wegen hiezu deputierten Wolfen Mayränderl Zierberger Amtmann und an der Seite der Wittib Jakob Preuer zu Crawinkl im Namen der Erben aber Wolfen Angermayr an der Blachenmühl beede florianische Untertanen heunt dato ordentlich inventiert geschätzt und beschrieben auch folglich unter die hernach beschriebenen Erben getreulich verteilt und abgehandelt worden.
Erben des verstorbenen hinterlassene oben eingangs benannte Wittib Maria zum halben Teil und zur anderen Hälfte deren beide mit einander erzeugte eheleiblichen Kinder namens
1)Barbara Stephan Zeilinger als jetzigen Besitzer des Zehenthofes unter St.Florian Ehewirtin
2)Gertraud Wolfen Zehetners am Zehenthof zu Gemering auch florianischen Untertans Weib.

Das Grundnergut wurde auf 700 fl (fl=Gulden) geschätzt.
Dann ein lediges Grundstück und Wiesen aus dem Haagmayrgut kommen 3 Tagwerk haltend und ebenfalls ordentlich ausgemarcht und unter Weißenberg stift und dienstbar angeschlagen auf 200 fl. Zusammen also 900 fl.
Die Abhandlung aus dem Jahre 1693 führt sehr deutlich vor Augen, welche großen Belastungen seitens der zuständigen Grundherrschaft Weißenberg auf dem Grundnergut lagen.
Der Wert des Grundnergutes lag damals liegendes und fahrendes Vermögen inbegriffen bei 2555 Gulden, 5 Schillingpfennig und 15 Pfennig.
Setzt man mit diesem Betrag die Summe der Abzüge von 680 Gulden, 5 Schillingpfennig, 15 Pfennig in Beziehung, so zeigt sich eine Abgabenhöhe bei diesem Todesfall von einem Drittel des Gesamtwertes.

Ein Hundertjähriger. Ein Andreas Huber, Inwohner im Grundnerhaus starb am 21. Juni 1730 im Alter von 100 Jahren.

Die Franziszeische Fassion 1826/30
Als Besitzer des Grundnerhauses ist Franz Gastberger angegeben.
Die bebaute Fläche von Wohn- und Wirtschaftsgebäude wird mit 273 Quadratklafter, das sind 982,8 Quadratmeter, angeführt. Dazu ist ein Wirtschaftsgebäude genannt mit 23 Quadratklafter, das sind 82,8 Quadratmeter, und das Häusl Nr. 3 mit einer Fläche von 70 Quadratklafter, das sind 252 Quadratmeter. Dieses Häusl wir als „Haarhaus“ bezeichnet.

Aus dem Grundnergut wird das Ganglbauerngut
Nachdem am 17. Oktober 1883 Maria Beisl starb, kam der Besitzkomplex Grundner und Huber zu Rohr 1884 an Georg Ganglbauer. Auf Grund des Kaufvertrages vom 15. Mai 1884 erwarb Georg Ganglbauer das Eigentumsrecht auf diese Besitzungen. Durch die Ehepacte vom 16. Dezember 1884 und die darin geschlossene Gütergemeinschaft wurde die Gattin Josefa Ganglbauer Mitbesitzerin.

Von Ganglbauer zu Huber
Am 15. Juli 1891 starb Georg Ganglbauer. Erbin seines Besitzanteiles wurde seine minderjährige Tochter Josefa Ganglbauer.
Am 16. Jänner 1894 kauften Johann Huber, Besitzer des Brunnmayrgutes und Franz Huber, Besitzer des Albauergutes das Ganglbauerngut. Beide sind im Grundbuch je zur Hälfte als Besitzer eingetragen.

Die Trennung der Güter
Am 14. Juli 1920 starb Johann Huber im 72. Lebensjahre an einer Lungenentzündung. Er war Besitzer des Brunnmayrgutes und der dazugehörigen Liegenschaften, zu denen das Grundnergut zählte und des Albauergutes in Ansfelden, zu dem auch mehrere Liegenschaften gehörten. Nun kam es zur Aufteilung dieser Güter an die Söhne Franz und Josef Huber.
Am 24. November 1908 hatte der Sohn Franz Huber, Sohn des Johann und der Theresia Huber vom Brunnmayrgute, mit Maria Pühringer, der Besitzerin des Plassengutes in Ansfelden die Ehe geschlossen. Franz Huber war damit Mitbesitzer am Plassengut in Ansfelden geworden. Ihm fiel nun nach dem Tod seines Vaters dessen Besitzanteil in Ansfelden zu.

Ergänzende Angaben der Familie Huber
Josef Huber war beim Tod des Vaters noch in der Kriegsgefangenschaft. Er kam erst im November 1920 heim. Angeblich war zu diesem Termin noch kein Weizen angebaut. Außerdem, so besagt es die Familienüberlieferung, waren überhaupt die Felder bereits arg vernachlässigt worden. Am 10. Mai 1922 schloss Josef Huber die Ehe mit Cäcilia Wallner.
Durch Ehevertrag vom 19. April 1922 war Cäcilia Huber Mitbesitzerin an den Brunnmayr -Gütern geworden.
Die Ganglbauern-Gründe wurden von 1920 -1952 an das zur Nettingsdorfer Papierfabrik gehörige Mischingergut verpachtet.
Mit Übergabevertrag vom 25. April 1952 wurden Willibald und Marianne Huber Besitzer des Ganglbauer-Gutes. Willibald Huber hatte am 30. April 1952 in Linz die Ehe mit Marianne Eckmayr vom Oberfürstwegergut in Rabenberg 10, Enns, geschlossen.
Noch im Jahre 1952, bald nach der Eheschließung kam der erste Traktor ins Haus. Mitte der Fünfziger Jahre ging das letzte Pferd aus dem Stall. Im selben Jahr wurde der halbe Hausstock (Wohnteil) neu aufgebaut.
Im Jahre 1958 kam es zur Neuerrichtung des östlichen Wirtschaftstraktes. Das einstige Haarhaus, Berg Nr. 3, wurde im Jahre 1961 abgetragen und neu gebaut. 1972 wurde dasselbe Haus für die spätere Auszugswohnung vergrößert.
Im Jahre 1963 wurde einen Maschinenhalle errichtet, die Zentralheizung im Wohntrakt installiert und das Obergeschoß ausgebaut.
Im wirtschaftlichen Bereich erfolgte im selben Jahr eine bedeutende Umstellung; es wurde die Milchwirtschaft aufgegeben.
Willibald Huber, Besitzer des Grundnergutes, und Josef Huber, Besitzer des Brunnmayrgutes, kauften gemeinsam im Jahre 1963 die Mühle an der Schern.
Im Jahre 1965 verließ der letzte Knecht das Ganglbauergut. Seit dieser Zeit wird die Wirtschaft von der Familie ohne fremde Arbeitskräfte geführt.
Im Jahre 1968 wurde mit der Aufgabe der Stiermast die Rinderhaltung völlig aufgegeben.
Im Jahre 1970 wurde eine Maistrocknungsanlage errichtet.
Zum Kraftwerksbau Pucking an der Traun musste 1980 Grund im Ausmaß von fast 7 ha abgetreten werden. Das Turbinenhaus des Kraftwerks steht auf Grundner-Grund.
Im selben Jahre wurde das Niederkapplingergut in der Gemeinde Piberbach, Brandstatt 22, als Zweigbetrieb zugekauft.
Am 8. September 1984 schloß der Sohn Franz Josef Huber in St. Florian die Ehe mit Christa Maria Lehner vom Mayrgut zu Laah.
Am 3. Juni 1988 erfolgte die Übernahme des Grundnergutes durch den Sohn Franz Josef Huber und seine Frau Christa Maria.
Im Rahmen der Übergabe im Jahre 1988 wurde ein Teil des Kremsdorfer Feldes aufgeteilt und verkauft.
1989 erfolgte der Zukauf des Gutes „Söllradl“ in Piberbach, Brandstatt 4.
Am 18. Dezember 1989 starb Willibald Huber im 67.Lebensjahr an akutem Herzversagen.
Willibald Huber war durch viele Jahre Vorsitzender-Stellvertreter des Pfarrgemeinderates Berg. Er leitete als solcher unter anderem die Renovierungsarbeiten an der Kirche Berg in den Jahren 1983/84. Er war auch Jagdleiter des Jagdkonsortiums von Pucking.
Am 28. Februar und am 1. März 1990 verursachte ein Sturm, wie es seit Menschengedenken keinen gab, einen katastrophalen Windschaden im sogenannten Schnadter Wald. Von den zum Grundnergut gehörigen 1,9 ha sind 1,8 ha dem Sturm zum Opfer gefallen.