Hausgeschichte der Planermühle in Audorf
Erste Aufzeichnungen über den Namen „Planer oder Placher“
In einem Protokollbuch der Herrschaft Ebelsberg aus dem Jahre 1613 ist am
20. Februar 1613 die Rede davon, dass „Hanns Planer, Wirt zu Ansfelden und
Maria seine eheliche Hausfrau einen Heuratskontrakt“ abgeschlossen haben.
Es ist aus der Niederschrift nicht ersichtlich, um welches Wirtshaus es
sich gehandelt hat. Bei der damaligen Gepflogenheit die Hausnamen vielfach
als Familiennamen einzutragen kann jedenfalls aus dieser Aufzeichnung
geschlossen werden, dass dieser Hanns Planer entweder ein Sohn vom „Plonergut“,
jedenfalls aber ein Nachkomme von früheren
Besitzern des Ploner-Gutes war.
Die Aufzeichnung im selben Protokollbuch über den Tod einer „Magdalena
Plachnerin“ von der „Prandstatt oder Diklsölden“ weist ebenfalls in die
Abstammung vom „Plonergut oder der damals sogenannten „Plachenmühle“.
(LA,LGA
E 2)
Trauung Erasmus Auer und Maria Ambtmann
An “Domenica 4ta post pentecost”, also am 4. Sonntag nach Pfingsten des
Jahres 1631 ist folgende Trauungsnotiz niedergeschrieben worden:
„Erasmus Auer an der Plahemül, ein Wittiber und seines Handwerks ein „Pöck“,
der nimbt (heiratet) Maria, des Leopold Ambtmann zu Linighoven in
S. Florians-Pfarr und Margaretha, seiner gewesenen Hausfrau, eheliche
Tochter, jetzt in Diensten bei dem Lederer in Derfl.
Mit dieser Eintragung im ersten Trauungsbuch der Pfarre Ansfelden wird in
Erasmus Auer ein erster verlässlicher Familienname eines Besitzers vom „Ploner“
bekannt. (Trgb.A S 233)
1750 Theresianische Fassion
Maria Theresia ließ um 1750 die Grundlagen für die Steuerberechnung neu
erheben.
Über die „Plahenmühl“ sind daraus die folgenden Aufzeichnungen vorhanden:
Eine Mühle mit 3 Gängen, beständigem Wasser, item (dazu) die
Bäckengerechtigkeit.
Über Aussaat und Ernte sind die folgenden (aber eher fragwürdigen) Mengen
in Metzen angeführt:
Anbauen Fexen
Weizen 5 30
Korn 14 42
Hafer 12 40
Wicken 16 60
Haar 2 Pfund 10 Pfund
Hanf 1 Pfund 150 Pfund
Der Viehstand der Plahenmühle wird angegeben mit
4 Pferden
7 Kühen
9 Schafen
6 Schweinen
1 Ziege
Als Gutswert sind angegeben:
Die Mühle 1000 Gulden
Nöcklgütl 400 Gulden
Wintergütl 300 Gulden
Ledige Gründe 750 Gulden
Zusammen 2450 Gulden
Als sonstiger Ertrag ist in dieser Fassion genannt: 4 Emmer Most.
Dann von der „Gemein-Au“ ein Holzanteil im jährlichen Ertragswert von 1
Gulden 30 Kreuzer.
Über die Abgaben für die Plahenmühle heißt es:
Den Zehent an das Stift St. Florian.
An grundherrlichen Abgaben an das Stift St. Florian als Grundherren:
Als Küchendienst (jährlich)
100 Eier (meist zu Ostern abzuliefern)
6 Hennen
4 Hähne
6 Käse.
Als jährlichen Getreidedienst ebenfalls an den Grundherren St. Florian :
37,8 Metzen Hafer.
(Theresianische Fassion Traunviertel, St. Florian,Hs.207)
Paul Pühringer
Am 21.April 1782 starb der Witwer und Auszügler auf der „Blaner Müll“ Paul
Pühringer im Alter von 79 Jahren. (Totb. F.S.27)
Der Witwer und Auszügler Paul Pühringer hinterließ nach Abzug der Abgaben
ein Vermögen von 1409 fl 54 schpf 2 pf.
Erben waren die 10 Kinder aus seinen drei Ehen:
Aus erster Ehe
1.Elisabeth, sie hatte Michael Deiml auf dem Fürstgütl in Audorf
geheiratet.
2.Theresia, diese hatte Michael Zünn auf dem Schmuckengütl zu Ansfelden
geheiratet.
3.Maria, diese hatte einen „Inwohner“ Johann Obermillner geheiratet.
4.Philipp Pühringer, dieser war „bürgerlicher Grießler“ zu Enns.
5.Mathias Pühringer, dieser war „Schwarzböck“ zu Linz.
Aus zweiter Ehe:
6.Sebyastian Pühringer, dieser war bürgerlicher „Pöckermeister zu Neuhofen“
7.Katharina, diese hatte den Johann Penninger, „behausten Schwarzböck“ zu
Linz geheiratet.
8.Klara, sie hatte Johann Aichinger auf dem „Pöckenhaus zu Weissenberg“
geheiratet.
9.Franz Pühringer, er wurde Besitzer der „Plachenmill“.
10. Elisabeth, sie hatte Mathias Trixler auf der „Mill zu Wallerstampf“
geheiratet.
Jedes dieser Kinder bekam 140 fl 50schpf 14,5 pf.
DieAbhandlung war am 28.Juni 1782 erfolgt. (LA,LGA F
Bd.115)
Heiratsbewilligung
Am 8. Mai 1808 reichte Mathias Deixl auf der Wallerstampfmühle beim
bischöflichen Consistorium in Linz die folgende Bittschrift um
Heiratsbewilligung ein:
„Hochlöbliches, hochwürdig bischöfliches Consistorium!
Der Besitzer der zum Stift St. Florian unterthänigen Plachermühle Franz
Pühringer ist mit Hinterlassung beträchtlicher Schulden gestorben, und es
hat sich bey der gerichtlich aufgenommenen Inventur gezeigt, dass für die
Witwe und fünf unversorgte Kinder keinVermögen erübrige. Als ein guter
Freund des verstorbenen Franz Pühringer, und als Schwager desselben, weil
nämlich meine verstorbene Gattin Elisabetha eine zweybändige Schwester des
verstorbenen Franz Pühringer ist, habe ich mich der gedachten bedrängten
Wittib und ihrer Kinder angenommen, und wäre entschlossen, die
Plachermühle samt den darauf haftenden beträchtlichen Schulden, wie auch
die lebenslängliche Versorgung der Witwe und die Erziehung ihrer Kinder zu
übernehmen, und meine dermalig besitzende Wallerstampfmühle zu verkaufen,
wenn mir die Ehelichung der älteren Franz Pühringerischen Tochter, welche
nach Zeugnis des Taufscheins 25 Jahre alt ist, gestattet würde.
Wiewohl von Seite der Grundherrenschaft, nämlich des Stifts St. Florian
gegen diesen meinen Antrag gar kein Bedenken getragen, sondern vielmehr
wie das Zeugnis in Beilage bestätigt, dessen Ausführung zum Wohl der
Wittib und vorhandener unversorgter Kinder auf alle Art unterstützt werden
würde; so steht doch demselben der Anstand entgegen, dass ich mit der
Theresia Pühringerin, deren verstorbener Vater ein zweybändiger Bruder
meiner am 13 ten Hornung v.J. kinderlos verstorbenen Ehewirtin Elisabetha
gewesen ist, durch Schwägerschaft anverwandt bin, und sie also ohne
Dispensation dieses hochwürdigen Konsistoriums nicht ehelichen darf. Um
diese zu erhalten, verwende ich mich an dieses hochlöbl. Hochwürdige
Konsistorium mit der unterthänigsten Bitte, hochdasselbe geruhe mir die
hochgnädige Dispensation zur Ehelichung der Theresia Pühringer zu
ertheilen.
Die Gründe, diese unterthänigste Bitte zu unterstützen, liegen
größtenteils in der obenangeführten Thatgeschichte, deren Richtigkeit,
wenn hieran ein Bedenken getragen werden sollte, gewiß auch der Herr
Pfarrer von St. Florian, wenn von ihm hierüber vorläufige Äußerung
angefordert werden sollte, bestätigen würde. Meine Absicht geht
Primo (Erstens) vorzüglich dahin, der durch die vorhandenen großen
Schulden bedrängten Wittib, und denen noch unversorgten Kindern zu helfen,
und die ältere Tochter durch ihre Ehelichung bey dem Besitze der
väterlichen Mühle zu erhalten, wozu ich, wenn ich es nicht aus dieser
Absicht thäte, um so weniger eine Ursache hätte, als ich selbst die
Wallerstampfmühle als freyes Eigentum besitze, und mit keinen Kindern
versehen bin, folglich ohne mich der Schuldner der Plachenmühle
anzunehmen, ruhig leben könnte.
Secundo (Zweitens) bin ich lt. Zeugnis des Taufscheins ein Mann von mehr
als 50 Jahren, der die vorgedachte Heurath nicht aus einer unüberlegten,
vorübergehenden Leidenschaft, sondern aus wohl überlegter Zuneigung, und
in der Überzeugung wünsche, dass er mit der zwar vermögenslosen, aber gut
erzogenen und häuslichen Theresia Pühringerin in einer zufriedenen Ehe
leben, und sich dabey stets der guten Handlung freuen könnte, die
bedrängte Wittib aus ihrer großen Verlegenheit gerettet, und die noch
übrigen unversorgten Kinder in den Stand gesetzt zu haben, dass sie
ebenfalls ihr Unterkommen finden könnten.
St. Florian,den 3ten May 1808. (Ord.Archiv CA/1,Sch 151)
Die Bewilligung zur Eheschließung ist sicher gegeben worden. Eine
Eheschließung ist aber im Ansfeldner Trauungsbuch nicht zu finden. Die
Eheschließung des 50jährigen Mathias Deichsler mit der 25jährigen Theresia
Pühringer musste noch im Jahre 1808 stattgefunden haben, wie eine
Kaufsübergabe von 1809 schließen lässt.
1814 starb Mathias Deixler
Am 1.Juni 1814 starb der „Plahnermillner“ Mathias Deixler im Alter von 57
Jahren an „Brustwassersucht“. Der Besitz ging nun an Theresia allein über.
Darüber ist die folgende Niederschrift erhalten:
Übernahme
Protokoll Stiftsgericht St. Florian 26. September 1814
Theresia Deixlerin, Witwe auf der Plachenmühle übernimmt auf den Tod ihres
Ehemannes Mathias Deixler gemäß desselben heutiger
Verlassenschaftsabhandlung von den mit ihm gemeinschaftlich besesssenen
Realtitäten als der Plahenmühle in Audorf Nr.9,Pfarre Ansfelden samt
Mahlgerechtigkeit und Bäckergewerbe dann allen Haus und ledigen Gründen
nach dem Schätzungswert pr. 5000 Gulden die erledigte Eigenthums und
Besitzhelfte um2750 Gulden mit der Bitte um grundobrigkeitliche
Ratifizierung und die Gewährs Ab- und Anschreibung.
Theresia Deixlerin
Urban Grillmayr
Dem folgt der grundbürgerliche Bescheid:
Ratifiziert und dem Grundbuche zur gebetenen Amtshandlung.
Stift St. Florian 26.September 1814. (LA,Gr.B.St.Florian Hs.87,S 140)
1815 Franz Forster und Theresia Deichsler geb.Pühringer heiraten
Am 6.Febuar 1815 schloß die 32jährige Witwe Theresia Deichsler die Ehe mit
Franz Forster, Sohn des Mathias und der Anna Maria Forster, Besitzer der
„Hochmüll in der Pfarre Neukirchen (Niederneukirchen). Damit heiratete sie
in dritter Ehe einen 32jährigen,also gleichaltrigen Mann.
Trauzeugen waren:
der Schullehrer Joseph Bruckner (Großvater von Anton Bruckner) und
Michael Summesberger, Wirt zu Freindorf. (Trb.II,S 19 A)
1816
Mit Datum vom 7. Oktober 1816 wurde dem Ehepaar Franz und Theresia Forster
ein Sohn Franz getauft. (Tfb.III,S.40)
Dieser Sohn ist im Alter von 5 Jahren am 3.Mai 1821 im Mühlbach ertrunken.
(Totb.III,S.29)
Franziszeische Fassion
Von 1826 an wurden unter Kaiser Franz genaue Erhebungen und eine
Ausmessung
aller landwirtschaftlichen Güter und aller Betriebe zur Ermittlung der
Steuergrundlagen vorgenommen. Dabei wurden auch die Hausgrundflächen
vermessen.
Schutzdamm
Die Anrainer an der Krems und an der Traun führten ständig einen Kampf
gegen die Überschwemmungen ihrer Gründe bei Hochwasser. Am 21. Oktober 1859
brachten eine Reihe Bauern aus diesem Gebiet beim Bezirksamt St. Florian
das Ansuchen vor, am Traunarm einen Wasserbau durchführen zu lassen, um
dem weiteren Einströmen des Traunflusses und dem dadurch zu befürchtenden
Uferbruch an den angrenzenden Grundparzellen vorzubeugen. Der Besitzer der
Plohnermühle, Karl Forstner, steht an der Spitze der Unterzeichner dieses
Schriftstückes. Allerdings hatte das Ansuchen keinen Erfolg. Die Behörde
reagierte mit dem Hinweis, dass für die Schiffahrt keine Gefahr bestünde
und dass die Mittel für den Wasserbau für Regelung der
Schiffahrtsverhältnisse nötig seien. Mit dieser Enttäuschung musste sich
auch der jeweilige Besitzer der Plohnermühle noch sehr lange abfinden, da
erst Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahr dieses Jahrhunderts
durch den Dammbau einigermaßen Abhilfe gegen das Hochwasser geschaffen
wurde. (LA, Bezirksamt St. Florian, Schachtel 18)
1877
Im Pfarrbuch Ansfelden des Jahres 1877 sind die folgenden Dienstboten beim
„Ploner“ eingetragen:
Knechte:
Johann Platzl geboren 1838
Leopold Poschmair „ 1818
Michael Hölhuber „ 1835
Karl Binder „ 1857
Josef Lehner „ 1858
Franz Dreilinger „ 1860
Franz Baumgartner „ 1861
Johann Strabauer „ 1861
Alois Eder, Mülbursch „ 1842
Dienstmägde:
Theresia Zacherl, Witwe “ 1815
Theresia Mühlberger “ 1833
Katharina Binder „ 1858
Rosina Baumgartner „ 1860
Theresia Lenzbaur „ 1862
1899 Hochwasser
In der Pfarrchronik ist erwähnt, dass es beim großen Hochwasser der Krems
am 13. September 1899 große Dammbrüche in der Nähe der „Planer-Mühle“
gegeben hat. Was das für die Gründe des Plonergutes bedeutet hat, ist
leicht auszudenken. (Pfarrchronik S. 73)
1909 Gemeinderatswahl
Bei der Gemeinderatswahl am 24. August 1909 wurde der Besitzer des Plonergutes Franz Forstner im I.Wahlkörper in den Gemeinderat gewählt. Der
I.Wahlkörper umfasste jene Besitzer und Unternehmer in der Gemeinde, die
die höchsten Steuerabgaben hatten. (Pfarrchronik)
1931
Am 2. Jänner 1931 wurde der am 17. März 1891 geborene Plohner Sohn Franz
Forstner, der bei seinem Vater als landwirtschaftlicher Arbeiter
bedienstet war, vom Zug überfahren. Der Verwandte Josef Forstner, Kaplan
in der Stiftspfarre St. Florian, hielt die Beerdigung.
(Totb.VIII,S.25)
1948 Kind ertrunken
Die Pfarrchronik berichtet, daß am Freitag, den 20. Juli 1948 im Mühlbach
bei der Plonermühle ein 18 Monate altes Kind des Martin Weger ertrank, der
angeblich in der Plonermühle im Dienst stand.
1953
Am 20. August 1953 starb der einstige Besitzer der Plonermühle Franz
Forstner. (Im Trgb.VI.S 129)
1954
Am 3. November 1954 starb die Witwe und Auszüglerin Katharina Forstner
geb. Krawinkler im 85. Lebensjahr an Altersschwäche. (Totb.IX,S 99)
1958
Außerehelich geboren wurde Albert Forstner am 31. Juli 1958.
1961
Am 20. Mai 1961 schloß der Sohn Engelbert Forstner die Ehe mit Gertraud
Scherb
Durch Übergabsvertrag vom 28. Jänner 1963 wurden Engelbert und Gertraud Forstner Besitzer. (Gr.B.EZ 65)
1962
Michael
Forstner kam am 29. September 1962 zur
Welt.
1966
Andreas Forstner kam am 26. April 1966 zur Welt und am 19. Dezember 1967
wurde Gertraud geboren.
1967
Die jünger Tochter von Theresia u. Albert Forster, Elfriede Forstner starb am 20. Oktober 1967 an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
1972
Im Sommer 1972 starb Theresia Forstner geb. Breinesberger.
1986
Michael Forstner heiratet am 27. September 1986 Erika Neuwirt kirchlich
und am 4. Oktober 1986 standesamtlich.
1987 Am 15. Februar 1987 starb Albert Forster (der Mann von Theresia Forstner).
Am 29. August 1987 wurde Richard Forstner geboren.
1989
Am 19. April 1989 wurde Christian Forster
geboren. Er starb am 7. März 1990 am plötzlichen Kindstod.
1990
Am 29. März 1990 wurde Elisabeth Forstner geboren.
1991
Am 23. September 1991 übernahmen Michael und Erika Forstner den Hof von
Engelbert und Gertraud Forstner.
1992
Am 28. Juni 1992 kam Barbara Forstner zur Welt.
1997
Am 10. Jänner 1997 starb Engelbert Forstner im Alter von 62.