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Erbhoffeier in Ansfelden |
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| Die Ortsbauernschaft Ansfelden ließ in der Gemeinde die Erbhöfe erforschen. Am Sonntag, dem 21.August 1983, fand an die ermittelten sechs Erbhöfe die Verleihung der Erbhofurkunden durch Landesrat Leopold Hofinger statt. Der Ortsbauernausschuß bereitete dieses Fest für die ganze Ansfeldner Landwirtschaft vor. Mit einem Festzug vom Erbhof Birser zur Kirche unter den Klängen der Musikkapelle Ansfelden und unter Teilnahme der Golddhaubengruppen Haid und Ansfelden wurde die Feier eröffnet. Pfarrer Michael Mascherbauer gestaltete den Festgottesdienst unter Mitwirkung der Waldneukirchner Sängerrunde zu einem großen Erlebnis. Er ging bei den Messtexten und bei der Predigt vom Generationenproblem aus, das stets mit der Vererbung verbunden ist. Lesungen und Evangelium wiesen auf die notwendige Achtung der Kinder vor den Eltern wie auch der Eltern zu ihren Kindern hin. Die Alten sollten der Jugend auf Zukunft hin Hoffnung machen und die Jugend soll die Tradition ehren und daraus Anregung schöpfen. | ||
| Der Festakt fand um 10 Uhr im Gasthaus Stockinger statt. | ||
| Ortsbauernobmann Karl Petermandl begrüßte die Gäste: Landesrat Leopold Hofinger, Vizebürgermeister Aschenwald, Bezirksbauernobmann Ökonomierat Florian Födermayr u.a. als Ehrengäste. | ||
| Vizebürgermeister Gottfried Aschenwald gratulierte den Erbhoffamilien und würdigte die Tätigkeit der Erbhöfe und der Landwirtschaft, die trotz Gebietsverlust durch Industrie-, Gewerbe- und neue Wohnbesiedelung sowie durch die Erweiterung des Straßennetzes und der Autobahn ihre Leistungsfähigkeit zu steigern imstande war. | ||
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Josef Fuchshuber |
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| Den anschließenden Festvortrag hielt Josef Fuchshuber, der die Forschung zur Ermittlung der Erbhöfe durchgeführt hatte. Unter dem Thema „200 Jahre Landwirtschaft in Ansfelden“ erläuterte er an Hand von Beispielen aus den Erbhöfen die Entwicklung. Es wurden die Getreidesorten und die Getreideertragslage aus dem Jahre 1770 in vielen Einzelheiten dargestellt. Aus den Jahren 1826/1830 wurde über den Viehstand der Erbhöfe berichtet. Schließlich konnte der Personalstand des einzelnen Erbhofes im Jahre 1877 mit allen damaligen Dienstboten und deren Alter nach Aufzeichnungen aus dem Pfarrarchiv aufgezeigt werden. Dazwischen erwähnte der Vortragende die wichtigsten Etappen der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung, die besonders für die Landwirtschaft von Bedeutung waren. Der Vergleich mit der Gegenwart führte zur interessanten Aussage, dass einstens 350 Pferden in Ansfelden heute allein in der Landwirtschaft 35 000 technische Pferdestärken gegenüberstehen. Der Vortragende wies dabei darauf hin, dass ein Großteil dessen, was heute die technische Kraft leistet, einst menschliche Kraft bewältigen musste. Er schloß daher mit dem Hinweis ,dass dieser einstige harte Einsatz menschlicher Kraft die Bewunderung und den Dank der Heutigen verdient. | ||
| Landesrat Leopold Hofinger führte u. a. aus, dass nicht über den Überschuß in der Erzeugung geklagt werden sollte, sondern eine andere Politik zu einer gerechteren Verteilung der landwirtschaftlichen Erträge führen sollte. Er legte ein Bekenntnis zu Geschichte, Tradition, Kultur und Familie ab und bezeichnete die Erbhoffeier als ein Fest der Familie. Dabei würdigte er die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft. | ||
| Anschließend an diese Rede wurden die Erbhofurkunden an Familie Franz und Martha Sallmann vom Birsergut, Albert und Anna Langmayr vom Buchnergut, Maria und Helmut Jungreuthmayr vom Niederedergut, Karl und Maria Mossbauer vom Hubergut in Grabwinkl, Johann Mayr vom Gatterergut in Nettingsdorf und an Florian und Erna Langmayr vom Herzoggut zu Laah überreicht. | ||
| Nach einem Dank der Erbhoffamilie Jungreuthmayr namens aller Erbhoffamilien schloß der Festakt mit dem „Hoamatland“. | ||
| Eine Festtafel, bei der die Musikkapelle Ansfelden konzertierte, vereinte die Festteillnehmer noch ein paar gemütliche Stunden. | ||