Hausgeschichte des Weinbergergutes in Kremsdorf
1611
Ein ältestes Zeugnis des Weinbergergutes ist nicht ein Besitzername,
sondern die Jahreszahl MDCXI (1611) ,die in Stuckarbeit links von der
Haustüre entdeckt wurde.
1620
Der erste Besitzernamen vom Weinbergergut ist aus einem Schuldbrief zu
erfahren. Am 24. April 1620 entliehen Mathes Schmidtberger, Schmied zu
Kremsdorf, und Margaretha einen Betrag von 100 Gulden beim Weinberger. In
einem Schuldbrief wurde dem „ehrbaren Andre Weinpergern“ und seiner Frau
Margaretha dies in einer Urkunde bestätigt.
1665
Am 8. November 1665 starb der Besitzer des Weinbergergutes Wolf Weinberger.
Er wird im Totenbuch als „Wohltäter zu 3 Kirchen“ (Ansfelden, Berg und
Kirche am Petersberg) bezeichnet. (Totb.B,S.378)
1671
Am 4. März 1671 starb die frühere Besitzerin des Weinbergergutes Maria
Weinberger. Sie wird im Totenbuch als „Benefactrix Capellae St. Petri“ –
als Wohltäterin der Kirche am Petersberg bezeichnet. (Totb.B,S 393)
Bartholomä und Maria Weinberger mußten entweder schlecht gewirtschaftet
haben oder es mußten sich sonst missliche Umstände für sie ergeben haben.
Durch Verschuldung wurde das Weinbergergut von den Kreditoren am 8. Jänner
1699 an Burkhardt Zeilinger verkauft. Das Weinbergergut wurde dabei mit
480 Gulden bewertet. Dazu kam die „Gatterbauern Au“, die mit 200 Gulden
bewertet worden war.
1782
Am 11. Juni 1782 verkauften Johann und Elisabeth Zeilinger das
Weinbergergut an Philipp Gumpesberger. Das Weinbergergut wurde hier mit
969 Gulden bewertet und die Gatterbauer-Au mit 200 Gulden. Der
Gesamtkaufswert samt Inventar betrug 1800 Gulden. (LA,LGA Herrschaft Traun Hs.52, S.40ff)
1826
Die sogenannte Franziszeische Fassion aus der Zeit nach 1826 beinhaltet
u. a. die folgenden Aufzeichnungen über das Weinbergergut.
Viehstandsverzeichnis:
2 Pferde
5 Kühe
2 Stück Jungvieh
14 Schafe
7 Schweine
Aussaat im Jahre 1831:
Weizen 9 Metzen
Korn 11 Metzen
Gerste 2 Metzen
Wicken 2 Metzen
Hafer 17 Metzen
Zehentherrschaft St. Florian
1884
Im Jahre 1884 brannte das Weinbergergut zusammen mit dem Schickmayrgut ab.
Nach diesem Brand wurde das Weinberger-Haus vergrößert.
1891
Durch Einatwortung vom 16. Jänner 1891 wurde Anton Einsiedler Besitzer des Weinbergergutes.
1894
Am 23. Jänner 1894 schloß der neue Besitzer des Weinbergergutes Anton
Einsiedler, Sohn des Anton und der Magdalena Einsiedler, Besitzer des
Mayrgutes zu Wimpassing, Pfarre Enns, die Ehe mit der 26jährigen Theresia
Mayr, Tochter des Johann und der Anna Maria Mayr, Besitzer des Hahnlgutes
Nr3 zu Schwaigau, Pfarre Asten. (Trgb. VII, S.10)
Ein Türstock beim Weinberger weist auf das Jahr 1894 und damit auf
neuerliche bauliche Veränderungen hin. Diese sind durch Überlieferung in
der Familie bekannt. So weiß man noch, dass der Besitzer Anton Einsiedler
um 1900 die früher in den Bauernhäusern allgemein übliche „schwarze Küche“
entfernt und dieselbe modernisiert hat.
In der Ecke in der Stube unter der Bank war eine Nische, die sowohl von
der Stube als auch von draußen erreichbar war. In dieser Nische war ein
Krug mit Münzen eingemauert aufgefunden worden. Dieser Münzfund
ermöglichte die Finanzierung der damaligen Küchenerneuerung.
1926
Mit Übergabsvertrag vom 18. Juni 1926 übergaben Anton und Theresia
Einsiedler das Weinbergergut an den Sohn Anton.
Gegen Ende der zwanziger Jahre wurde der Strom im Hause eingeleitet.
1932
Der Besitzer Anton Einsiedler, der am 9. November 1894 geboren war, schloß
am 31.Mai 1932 die Ehe mit Franziska. geb. Füreder, die am 9.August 1902
als Tochter des Franz Füreder, Bauer in Dürnberg, Pfarre Ottensheim, und
der Franziska, geb. Leitner, geboren war. (Trgb.Linz-Lustenau, tom II,pag.475)
1939
Einen besonderen Einschnitt in den wirtschaftlichen Betrieb bildete der
Umstieg von der Jahrhunderte alten Arbeit mit den Pferden auf die Technik.
Der erste Traktor kam beim Weinberger 1939 ins Haus. Dieser ist für
gewisse Arbeiten noch 1990 im Einsatz.
1960
Am 27. November 1960 starb der Besitzer des Weinbergergutes Anton
Einsiedler senior.
Anton Einsiedler, Sohn des Anton und der Franziska Einsiedler, wurde mit
Einantwortung vom 26. Jänner 1961 Mitbesitzer am Weinbergergut. Er schloß
am 27. Mai 1961 die Ehe mit Hermine, geb. Folie, Tochter des Karl Folie,
Müller in Rohr, und der Maria Haslehner. (Trgb.Pöstlingberg,tomXV,fol.81)
Hermine wurde am 22. März 1967 Mitbesitzerin.
Ein bedeutendes Datum in Bezug auf die Wirtschaft bildete im Jahre 1984
beim Weinberger die Weggabe der Kühe und damit die Aufgabe der
Milchwirtschaft.