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Bräuer vulgo Steinalt

 
     
 

    

 
 

rechts: Steinalt  -  links: Vordergrund Steinalt, Hintergrund Plass

 
     
 

 
 

Gschaidbach, im Hintergrund Steinalt

 
 

 

 
 

Hausgeschichte des Steinaltgutes in Ansfelden

1527
Eine erste schriftliche Nachricht über das Steinaltgut ist aus dem Jahre 1527 erhalten. Das Gut war der Herrschaft Ebelsberg untertänig. Das Schloß Ebelsberg war Besitz des Bischofs von Passau. In einem Untertanenverzeichnis der Herrschaft Ebelsberg aus dem genannten Jahr sind die Abgaben, die das Steinaltgut jährlich zu leisten hatte, verzeichnet. Darüber heißt es:
Merth Steinalt an Gold 4 Schillingpfennig 11 Pfennig
5 Hennen
1 Schwein
2 Mut Hafer (1 Mut= 30 Metzen)
(Landesarchiv Linz, Weinberger Archiv, Aktenband 1357)

1670
Unter der Herrschaft Ebelsberg robotpflichtigen Bauern ist im Ebelsberger Urbar aus dem Jahre 1670 „Hanns Schmidtpaur am Stainolden Lehen“ genannt. Dieser Hans Schmidtbauer musste also um 1670 Besitzer des Steinaltgutes gewesen sein.
Derselbe ist als Besitzer im selben Buch bei der Beschreibung der Häuser genannt. Dort heißt es:
„Hannß Stainoldt oder Schmidtpaur besitzt das Stainoldenlehen zu Andtsfelden.
Dabei 1 Stube, 2 Kammern, 1 Küche, Stallungen und Stadel, 1 Getreideboden ob der Stube. Hausstock ist gemauert, bei mittlerem Bau. Liegt im Burgfried.

1737
Am 3. April 1737 fiel dem Besitzer des Steinaltgutes Hans Mayr eine Erbschaft von 193 Gulden zu. Thomas Schmiedbauer, ein Sohn der einstigen Steinalt-Besitzer war bereits 36 Jahre außer Landes. Da er sich in diesen 36 Jahren nie meldete, wurde angenommen, dass er nicht mehr lebe und über seine Verlassenschaft abgehandelt. Eine erbberechtigte Schwester dieses Thomas, Eva Schmiedbauer, war bereits gestorben. Andere Verwandte waren nicht bekannt. So fiel dem Nachfolger auf dem Steinalthaus, eben dem Hans Mayr, die Erbschaft zu. Es wurde allerdings an die Erbschaft die Bedingung geknüpft, dass sie zurückgegeben werden müsste, wenn sich der Verschollene doch noch melden sollte oder wenn ein nächster Verwandter eines Tages Anspruch auf das Erbe erheben würde. (Landesarchiv Linz, Landgerichtsarchiv E 43, fol.25)

1744
Johann Mayr, der Besitzer des Steinaltgutes, starb am 24. Jänner 1744 im Alter von 62 Jahren.
Die Verlassenschaftsabhandlung fand am 4. September 1744 statt. Dabei wurde das Gut auf 500 Gulden geschätzt, der Fahrniswert betrug 234 Gulden 23 Kreuzer, an Bargeld waren 31 Gulden vorhanden. Das Gesamtvermögen betrug 765 Gulden 23 Kreuzer. Dem standen aber Schulden in der Höhe von 906 Gulden gegenüber. Die Witwe Anna fand im Alter von 59 Jahren im 32jährigen Veit Pachl einen zweiten Mann mit entsprechendem Vermögen, sodaß sie mit diesem das Haus trotz der Schulden weiter übernehmen konnte. Dieser Veit Pachl war ein Sohn des Andreas Pachl vom Ratner zu Weißenberg. Die Eheschließung dieses Besitzerpaares fand am 27. Juli 1744 statt. (Landesarchiv Linz, Landgerichtsarchiv E 50, fol.74v und Trauungsbuch Ansfelden E Seite 147)


1763
Da Anna Pachl am 5. November 1762 im Alter von 77 Jahren gestorben war, fand am 4.Jänner 1763 die Verlassenschaftsabhandlung statt. Das Gesamtvermögen belief sich jetzt auf 886 Gulden 34 Kreuzer 3 Pfennige. Dem stand aber ein Schuldenstand von 980 Gulden 34 Kreuzer 3 Pfennig gegenüber. Die in Aussicht genommene Ehefrau des Veit Pachl brachte anscheinend genügend Geld mit, sodaß die Gläubiger das Gut doch wieder an Veit Pachl und seine künftige Ehefrau Susanna übergaben. Am 7. Februar 1763 verehelichte sich der Witwer Veit Pachl mit Susanna Albauer, der Auszüglerin am Gstöttnergut in Ansfelden. (Totenbuch Ansfelden E, S 214 und Landesarchiv Linz, Landgerichtsarchiv E 69, fol.27)

1767
Am 6. Februar 1767 fand die Verlassenschaftsabhandlung nach dem Tod des Besitzers Veit Pachl statt, der am 9. Jänner 1767 im Alter von 54 Jahren gestorben war.
Dabei zeigt sich ein Gesamtvermögen von 1085 Gulden 28 Kreuzer, dem ein Schuldenstand von 1068 Gulden 28 Kreuzer gegenüberstand. Die Witwe Susanna übernahm, das Haus mit ihrem zukünftigen Ehemann Paul Weinberger. Am 1. Juni 1767 schloß die Witwe die Ehe mit Paul Weinberger. Dieser stammte von einem Schnaplgütl, wie aus dem Trauungsbuch und von einer Ebschaft von 41 Gulden hervorgeht, die ihm von seinem Vater Stephan Weinberger zugefallen war. (Landesarchiv, Landgerichtsarchiv E 73, fol.51ff und F 96, fol. 112vf, und Trauungsbuch Ansfelden E, S 314)

1772
Am 2. Juni 1772 starb Susanna Weinberger im Alter von 55 Jahren. Die Verlassenschaftsabhandlung fand am 21. August 1772 statt.
Das Gut wurde wieder mit 500 Gulden bewertet,
die Fechsung mit 240 Gulden 45 Kreuzer
2 Pferde samt Geschirr 80 Gulden
1 Bett 8 Gulden
4 Kühe 88 Gulden
1 Kalb 4 Gulden
5 Schweine 15 Gulden
2 Schafe und 1 Böckl 3 Gulden
4 Gänse 2 Gulden
17 junge Gänse 4 Gulden 15 Kreuzer
Das Haus wurde vom Witwer und seiner künftigen Ehewirtin, wieder einer Susanna, übernommen. Die Eheschließung zwischen dem Witwer Paul Weinberger und der Susanna Hoblmayr fand am 31. August 1772 statt (Landesarchiv, Landgerichtsarchiv E 78, fol.78v und Trauungsbuch Ansfelden F, Seite 23)

1792
Am 23. April 1792 starb die zweite Frau des Paul Weinberger Susanna. Im Totenbuch findet sich dazu folgende Eintragung:
„In Kindesnöten (gestorben); welche, nachdem sie Tags vorher ein Kind geboren, mit dem zweiten Kind, im Mutterleib getauft, in einer heftigen Frais gestorben, eine Stunde hernach vom Bader eröffnet und das tote Kind der (toten) Mutter in die Arme gelegt.“ (Totenbuch Ansfelden I, Seite 34)

1844
Nach dem frühen Tod von Franz Kreilhuber am 17. Februar 1844 heiratete die Witwe am 3. September 1844 in dritter Ehe Josef Bräuer, Sohn des Philipp Bräuer, Bauers am Schachermayrgut Nr. 35 in Losensteinleiten, Pfarre Maria Laah. Am 17. August 1844 war dieser bereits als Mitbesitzer angeschrieben worden. (Grundbuch der Herrschaft Ebelsberg, Landesarchiv Linz, St. Florian, Hs 1,fol.17 und Trauungsbuch Ansfelden IV, fol.22)

1865
Am 13. August 1865 schlug bei einem heftigen Gewitter bei Nacht der Blitz im Steinalthaus ein. Bei strömendem Regen brannte es ab. (Kooperator J. Huber, Geschichte von Ansfelden, S 30)

1949
Durch den Übergabsvertrag vom 19. Jänner 1949 übernahmen Johann, Sohn der Witwe Katharina Bräuer und Rosa, geb. Platzl vom Schönaignergut in Fleckendorf, das Haus. Sie schlossen am 1. Februar 1949 die Ehe. (Bezirksgericht Linz-Land und Trauungsbuch Ansfelden VIII, Seite 212)