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Auch Auszügler fanden Platz

 
 

 

 
 

 
     
  Der Volkskunde-Experte Alexander Jalkotzky beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Vierkantern und schrieb auch seine Dissertation zu diesem Thema ("Die Vierkanter im Florianer Land. Eine Untersuchung im Traunviertel Oberösterreichs").  
     
  OÖN: Welche Vorteile hatte ein Vierkanter einst?
Jalkotzky: Sämtliche Wirtschaftsräume waren unter einem Dach, die Gehzeiten trotz Größe des Hofes kurz. Weiters fanden die gesamte Familie, also auch die "Auszügler", Mägde und Knechte, in einem Gebäude Platz. Weil damals auch die Pferde eine wichtige Rolle spielten, sich die Anzahl der Pferde nach der Größe des Hofes richtete, war es auch wichtig, dass man diese in der Nähe hatte. Pferde spielten für die Landwirtschaft eine besondere Rolle.
OÖN: Die Brandgefahr war bei Vierkanter jedoch wesentlich höher.
Jalkotzky: Ja, vor allem weil die Vierkanter damals hauptsächlich mit Stroh bedeckt waren. Dieses wurden später durch Ziegel ersetzt, und Feuermauern wurden eingebaut. Die Nachteile heute sind ganz andere: Die riesigen Flächen, ob Dach oder Mauern, müssen erhalten werden. Ställe werden nicht mehr benötigt, weil es weniger oder gar kein Vieh mehr gibt. Die Familien sind kleiner, Dienstboten gibt es kaum noch.
OÖN: Was passiert mit den Räumlichkeiten?
Jalkotzky: Viele werden zu Mietwohnungen umgebaut, teilweise sogar Seiten abgerissen. Leider. Vierkanter sind ja auch landschaftlich wichtig - vor allem, weil es sie fast ausschließlich in unserer Gegend gibt. Man richtete sich damals je nach der Landschaft. Wo es flach ist, ist es möglich, einen Vierkanter zu bauen. Im alpinen Bereich muss man flache Stellen suchen und daher gibt es vermehrt Haufenhöfe.
 
     
  Quelle: O.Ö.Nachrichten vom 22. März 2008.